"Sonnenuntergang in Montmajour": Neues Van-Gogh-Gemälde entdeckt

AFP

Jahrelang wurde das Bild für eine Fälschung gehalten und lagerte auf einem Dachboden in Norwegen. Jetzt ist klar: Das Gemälde "Sonnenuntergang in Montmajour" stammt eindeutig von Vincent van Gogh. Der Impressionist selbst hatte es 1888 in einem Brief an seinen Bruder erwähnt.

Hamburg/Amsterdam - Ein Ölbild, dessen Urheberschaft bislang umstritten war, kann nach Angaben des Van-Gogh-Museums in Amsterdam eindeutig dem berühmten Impressionisten selbst zugeordnet werden. Das Museum präsentierte das Werk mit dem Titel "Sonnenuntergang in Montmajour" am Montag der Öffentlichkeit. Stil, Technik, Farbe, Leinwand und Hinweise in einem Brief van Goghs ließen keinen anderen Schluss zu, als den, dass es sich dabei um ein originales Bild des Niederländers handele.

Axel Rüger, Direktor des Museums, erklärte anlässlich der Enthüllung des Gemäldes, eine solche Entdeckung sei eine "Erfahrung, die man im Leben einmal macht". Seit 1928 wurde kein großes Van-Gogh-Ölgemälde mehr gefunden.

Das Bild sei auf einem Dachboden in Norwegen entdeckt worden, wo es viele Jahre gelagert habe. Es gehörte zu einer Kollektion eines nicht genannten privaten Kunstsammlers, der es 1901 gekauft hatte und für eine Fälschung hielt.

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"Sonnenuntergang in Montmajour": Heide mit krummen Eichen

Das Van-Gogh-Museum selbst hatte das Werk in den neunziger Jahren für nicht authentisch gehalten - unter anderem, weil es nicht signiert war. Neuere Untersuchungsmethoden hätten inzwischen die Echtheit unumstößlich festgestellt. Die Experten hätten "Antworten auf all unsere Fragen gefunden, was erstaunlich ist für ein Gemälde, das seit über hundert Jahren verschollen war", so Museumsexperte Teio Meedendorp.

Das Gemälde zeigt eine Landschaft mit Bäumen und Büschen vor einem abendlichen Himmel. Die Entstehung des Gemäldes lässt sich auf den Tag genau datieren: Vincent van Gogh erwähnte in einem Brief an seinen Bruder Theo vom 5. Juli 1888, dass er am Vortag in der Nähe von Arles daran gearbeitet habe. Er habe es "auf einer steinigen Heide mit kleinen, krummen Eichen" gemalt. Es wird vom 24. September an im Van-Gogh-Museum zu sehen sein.

twi/dpa/aps

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