Nach 25 Jahren Legendärer Chefredakteur der "Vanity Fair" geht

Er hat spektakuläre Hollywoodpartys veranstaltet, sich immer wieder öffentlich mit Donald Trump angelegt und insgesamt 25 Jahre lang die US-Ausgabe der "Vanity Fair" verantwortet: Jetzt gibt Graydon Carter diesen Posten ab.

Graydon Carter bei der "Vanity Fair"-Oscarparty 2015
REUTERS

Graydon Carter bei der "Vanity Fair"-Oscarparty 2015


Es sei "schlicht an der Zeit", sagte Graydon Carter, er wolle nun seine freie Zeit genießen. Ein Familientrip mit der Familie nach Frankreich, Kitesurfen und dann entscheiden, wie der "dritte Akt" aussehen werde. So kündigte der 68-Jährige an, dass er den Chefredakteursposten der US-Ausgabe von "Vanity Fair" abgeben wird. Nach 25 Jahren.

In dieser Zeit hat Carter das Monatsmagazin zu einem der führenden in der Promi-Berichterstattung gemacht und auch mit nachrichtlichen Exklusivgeschichten für internationale Schlagzeilen gesorgt. "Vanity Fair" erscheint im Condé-Nast-Verlag ("Vogue", "GQ") und berichtet unter anderem über Hollywood, Entertainment, Mode und Gesellschaft, hat aber auch eine viel gelobte politische Berichterstattung.

Jährlich veranstaltet Carter in Los Angeles die legendäre Party nach der Oscarverleihung, zu der die ganz Großen der Branche kommen. Hier sehen Sie beispielsweise einige der Gäste, die in diesem Februar bei der Feier waren:

Carter hat auch die jährliche Hollywood-Ausgabe der "Vanity Fair" eingeführt, für die sich die erfolgreichsten und bekanntesten Schauspieler von Annie Leibovitz ablichten lassen. Die ist längst selbst ein Star - und wurde 1983 Cheffotografin des Magazins.

Carter hat in den vergangenen Jahren auch durch seine Fehde mit Donald Trump für Aufsehen gesorgt. Er war es, der einst den Begriff prägte, Trump sei ein short-fingered vulgarian, ein vulgärer Mensch mit kurzen Fingern. Im Juni dieses Jahres legte er mit einem kritischen Artikel in seinem Magazin nach. Trump bezeichnete Carter umgekehrt als "Verlierer", der "keinerlei Talent" habe, sein Magazin sei "tot".

Im Dezember wird Carter seinen Posten nun abgeben. "Ich will gehen, so lange das Magazin noch an der Spitze ist." Eigentlich, so sagte er es der "New York Times", habe er schon früher gehen wollen. Aber dann sei Trump Präsident geworden. Das habe ihn zum Bleiben angespornt.

aar/dpa

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TheFunk 08.09.2017
1. Schade, daß es
Die deutsche Ausgabe nicht mehr gibt. Hat mir besser gefallen als GQ.
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