Venezuela "Baywatch" statt Bart Simpson

Wenn das Homer Simpson wüsste! Weil seine schrecklich gelbe Familie das Wertesystem der Landeskinder untergrabe, hat Venezuelas staatliche TV-Kontrollbehörde die "Simpsons" aus dem Vormittagsprogramm eines Senders verbannt.


Caracas - Die venezolanische TV-Kontrollbehörde Conatel hat die US-Cartoon-Serie "Die Simpsons" aus dem Vormittagsprogramm des Senders "Televen" geworfen. Begründung: Die Serie habe einen potentiell schädlichen Einfluss auf Kinder, weil sie Gesetze der sozialen Verantwortung verletze, so ein Sprecher. 20th Century Fox Television, Produzentin der Serie, wollte die Entscheidung zunächst nicht kommentieren.

Cartoon-Vater Homer Simpson: Schadet seine Familie kleinen Venezuelanern?
DPA

Cartoon-Vater Homer Simpson: Schadet seine Familie kleinen Venezuelanern?

Conatel ließ wissen, dass man erwogen habe, die "Simpsons" abzusetzen, nachdem sich erboste Zuschauer über die bekanntermaßen eher dysfunktionale gelbe Familie beschwert hatten. Matt Groenings Erfolgsformat wird nun durch einen anderen Serienklassiker ersetzt: "Baywatch" mit David Hasselhoff.

Bleiben zwei Fragen: Ist ausgerechnet die Rettungsschwimmer-Schmonzette mit Pamela Anderson und weiteren, eher leicht bekleideten Badenixen angemessener für Kinderaugen? Und: Stützt Venezuelas Staatschef Hugo Chavez den Eingriff der TV-Kontrolleure? Dann hätte er immerhin eine Sache mit seinem Erzfeind George W. Bush gemein. Dessen Vater hatte weiland die "Simpsons" wiederholt kritisiert und stattdessen die "Waltons" empfohlen - denn die entsprächen viel mehr seinem Idealbild einer amerikanischen Familie.

Wir warten auf Fortsetzung.

tdo/Reuters



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