Medienwandel: Verleger kündigen Manteltarifvertrag für Zeitungsredakteure

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picture-alliance/ dpa

Die Zeitungsverleger haben den Manteltarifvertrag für die deutschen Zeitungsredakteure gekündigt. Damit könnten zum Ende des Jahres Regelungen für Arbeitszeit, Urlaubstage und Zahlungen im Krankheitsfall aufgeweicht werden.

Hamburg/Berlin - Wie ein Mantel legt er sich über ein Unternehmen und regelt wichtige Dinge wie Arbeitszeit, Höhe des Weihnachtsgeldes, Urlaubstage oder Zahlungen, wenn jemand länger durch eine Krankheit ausfällt. Nun haben die Zeitungsverleger diesen Manteltarifvertrag gekündigt. Er läuft Ende des Jahres 2013 aus. Für 14.000 Zeitungsredakteure könnte das etwa eine Verlängerung der Arbeitszeit oder Kürzung des Weihnachtsgeldes bedeuten.

Mit diesem Schritt solle der Flächentarifvertrag in der Branche, der sich auf ganz Deutschland bezieht, erhalten werden. Das erklärte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Freitag in Berlin.

Der Flächentarifvertrag könne eben nur dann erhalten werden, wenn sich in den Tarifverträgen der Strukturwandel in der Zeitungsindustrie sowie die veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen widerspiegelten. Der BDZV forderte die Gewerkschaften daher auf, zügig Verhandlungen aufzunehmen.

"Wir wollen mit den Journalistengewerkschaften gemeinsam ein Tarifwerk entwickeln, das in die Zukunft weist", sagte BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf. Man müsse sich an den Medienmarkt anpassen, in dem immer mehr Teilnehmer um die Aufmerksamkeit der Leser und Nutzer sowie der Werbekunden kämpften.

Im April hatte der DJV den Gehaltstarifvertrag zum 31. Juli gekündigt und sechs Prozent mehr Geld für Redakteure und freie Journalisten gefordert. Der BDZV hatte die Forderung als verantwortungslos abgelehnt. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zeitungen würde ein solcher Tarifabschluss Arbeitsplätze in den Redaktionen gefährden.

dpa/kha

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1. Streik!
emperor-of-mankind 14.06.2013
Bei solch einer Frechheit gibt es nur eine Antwort! Streik! Man muss wiedermal zeigen wer wen braucht und lasst euch nicht unterkriegen, im Notfall nehmt euch an Streikenden in Frankreich und Griechenland ein Vorbild! Lasst es ihnen nicht durchgehen oder sie werden sich immer mehr erlauben!
2. Auch eine Form von Pressezensur
franxinatra 15.06.2013
Das Überleben nur der Angepasstesten der Schreiberzunft; so zerschlägt sich die Zeitungslandschaft von selbst. Als ob es mehr darum ginge, den kritischen Journalismus zu beerdigen...
3. Streik?
wolle0601 15.06.2013
ja, vielleicht...aber dann sollten all die streiken, die kostenlose Medien, sprich das Web, mit Inhalten versorgen. Wenn die bezahlten Medien weniger einnehmen, können sie auch weniger ausgeben.
4.
Social_Distortion 15.06.2013
Zitat von sysoppicture-alliance/ dpaDie Zeitungsverleger haben den Manteltarifvertrag für die deutschen Zeitungsredakteure gekündigt. Damit könnten zum Ende des Jahres Regelungen für Arbeitszeit, Urlaubstage und Zahlungen im Krankheitsfall aufgeweicht werden. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/verleger-kuendigen-manteltarifvertrag-von-14-000-redakteuren-a-905851.html
Was brauchen denn die Verleger noch gut bezahlte, und womöglich aufwendig und kritisch recherchierende Journalisten. Es reichen doch ein paar Hilfskräfte aus, um die Vorlagen und Wünsche aus der Politik und der großen Werbekunden in Wort und Bild umzusetzen. So gesehen ist der Medienschwindel - sorry - "Medienwandel" natürlich nur konsequent.
5.
fgerards 15.06.2013
ohne starke Binnennachfrage gehen in 2-3 jahren millionen atbeitsplaetze verloren, also liebe gewerkschaften der binnen-wirtschaft, fangt jetzt schon an zu kaempfen...
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