Verleger-Legende Carlo Caracciolo in Rom gestorben

Er gründete das Nachrichtenmagazin "L'Espresso" und die Tageszeitung "La Repubblica": Carlo Caracciolo prägte den modernen Journalismus Italiens und galt als Gegenspieler Silvio Berlusconis. Jetzt ist er im Alter von 83 Jahren gestorben.


Rom - "Mit Carlo Caracciolo ist ein großartiger Verleger, ein großer Mann der Kultur und ein wahrer Gentleman von uns gegangen", würdigte der italienische Oppositionsführer Walter Veltroni den "Prinz des Verlagswesens", wie er von seinen Kollegen genannt wurde. Einen "Mann der Demokratie und des Anti-Faschismus" nannte ihn Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano.

Verleger Caracciolo: "Mann der Demokratie"
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Verleger Caracciolo: "Mann der Demokratie"

Caracciolo gründete unter anderem 1955 das einflussreiche Nachrichtenmagazin "L'Espresso" und 1976 die römische links-liberale Tageszeitung "La Repubblica".

Der Sohn des neapolitanischen Prinzen Filippo Caracciolo di Castagneto und der Amerikanerin Margaret Clarke kämpfte während des Zweiten Weltkrieges aktiv im italienischen Widerstand.

Nach Kriegsende studierte er Rechtswissenschaften in Rom und Boston, um dann 1951 ins italienische Verlagswesen einzusteigen. Im April 2006 überließ er die Leitung seines Imperiums Carlo De Benedetti. Er galt als einer der wichtigsten Medienunternehmer in Italien und als Gegenspieler Silvio Berlusconis.

Der Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Hubert Burda, nannte Caracciolo Italiens "herausragende Verlegerpersönlichkeit der Nachkriegszeit". Mit ihm habe Europa einen der bedeutendsten Verleger verloren. Der 83-Jährige starb am 15. Dezember nach langer Krankheit in Rom.

dan/dpa



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