Vorabend-Flop ARD stellt Frauen-Serie ein

Frauen ohne Power: Die mit viel Bohei gestartete Serie "Eine für alle - Frauen können's besser" wird eingestellt - allerdings nicht sofort. Die ARD gönnt sich die schlechten Quoten noch bis zur 100. Folge.


München/Hamburg - Es war wohl nur eine Frage der Zeit: Die quotenschwache ARD-Vorabendserie "Eine für alle - Frauen können's besser" wird vorzeitig abgesetzt. Die letzte Folge werde voraussichtlich Mitte Oktober zu sehen sein, teilte der Sender am Mittwoch in München mit.

Darstellerin Katharina Schubert: Eine hat nicht für alle gereicht
DDP/ARD

Darstellerin Katharina Schubert: Eine hat nicht für alle gereicht

Ursprünglich waren zunächst 200 Folgen der Serie geplant gewesen. Die Quoten waren jedoch mit einem durchschnittlichen Marktanteil von fünf Prozent (970.000 Zuschauer) von Anfang an wesentlich schlechter als erwartet - selbst für den als schwierig geltenden Programmplatz wochentags um 18.50 Uhr.

Auf dem gleichen Sendeplatz waren im Vorjahr bereits mehrere Sendungen gefloppt, darunter das Datingformat "Ich weiß, wer gut für dich ist" und die Stylingshow "Bruce" mit dem eigens dafür von ProSieben eingekauften "Germany's Next Topmodel"-Juror Bruce Darnell. Über die weitere Planung für den Sendeplatz um 18.50 Uhr will die ARD nun in nächster Zeit entscheiden.

Bis zuletzt hatte die Sendeanstalt an "Eine für alle - Frauen können's besser" festgehalten. Immer wieder war verlautbart worden, dass man der Serie eine Chance geben müsse und sie nicht verfrüht absetzen wolle wie vorhergegangene Formate. Sogar das Produktionsteam wurde nach Serienstart zum Teil ausgetauscht, um frischen Wind in die Serie zu bringen.

Jetzt sagt ARD-Programmdirektor Volker Herres: "Auch nach mehr als zwei Monaten ist keine positive Tendenz in der Zuschauerentwicklung festzustellen." Er wolle aber dennoch den Darstellern sowie dem Redaktions- und Produktionsteam für ihre "intensive Arbeit und ihr großes Engagement danken".

"Eine für alle" war seit dem letzten Sommer als neues, innovatives Format angekündigt worden. Nachdem 2007 selbst Herres' Vorgänger Günter Struve, damals noch im Amt, die 18.50-Uhr-Experimente als "Tralala" bezeichnete, sollte der Problem-Programmplatz endlich wieder mit gesellschaftlich relevantem Inhalt gefüllt werden.

Das Ergebnis langer Überlegungen: eine Serie, in der es um Frauenpower in einer Männerdomäne (eine Frau in der Schweißerei) und den Kampf gegen ein Heuschrecken-Unternehmen geht. Statt interessiertem Publikum zog "Eine für alle" jedoch schon vor ihrer Erstausstrahlung vor allem Kritiker an.

Schließlich musste die Sendung, die in den ersten Wochen noch an jedem Wochentag lief, den Montagabend bereits an Wiederholungen des "Großstadtreviers" abtreten. Am Mittwoch wird die 46. Folge ausgestrahlt - die Hälfte ist also rum.

can/ddp



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