Ausstellungen 2014 Reisen, schauen, kaufen

Damit Sie Flüge früh buchen, Hotelzimmer rechtzeitig reservieren oder die lieben Kleinen zu Oma abschieben können, haben wir die wichtigsten und spannendsten Schauen des Jahres 2014 zusammengestellt. Hier.

Ausnahme-Design in Amsterdam: Im März gibt's die große Marcel-Wanders-Schau
Marcel Wanders studio

Ausnahme-Design in Amsterdam: Im März gibt's die große Marcel-Wanders-Schau


Erst Big Data, dann Big Brother: Der Januar

"The revolution is over. Welcome to the afterglow" - das ist das Thema des Festivals "transmediale 2014" im Berliner Haus der Kulturen der Welt (Berlin 29.1.-3.2.). Rund 70 Künstler und Hacker stellen innerhalb von 48 Stunden eine Ausstellung zur postdigitalen Gegenwart auf die Beine.

Für Olympia-Fans gibt es "Die russische Avantgarde und der Sport" in Lausanne mit Fotos, Collagen und Montagen aus der Zeit von 1920 bis 1930; von Künstlern wie Alexander Rodtschenko, Gustav Klucis oder Laszlo Moholy-Nagy (Lausanne, 24.1.-11.5.)

Picassos Modell, die Bohème in Paris, Karl Lagerfeld, Chanel und Marcel Wanders: Der Februar

Die Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz zeigt weitgehend unbekannte Kurzfilme der Schauspielerin Hanna Schygulla, die sie von 1978/79 bis 2005 mit kleinem Etat selbst produziert hat (Akademie der Künste, 1.2.-30.3.).

In Frankfurt geht es in "Esprit Montmartre. Die Bohème in Paris um 1900" (Schirn, 7.2.-1.6.) mit 200 wunderbaren Bildern, die aufzeigen, wie damals das bis heute gültige Künstlerimage entstand.

In Bremen sind rund 50 Bilder von Picassos Modell Sylvette David in "Sylvette, Sylvette, Sylvette. Picasso und das Modell" zu sehen. Die junge Dame mit dem blonden Pferdeschwanz, die heute noch lebt, lernte er 1954 in Vallauris kennen (Kunsthalle, 22.2.-22.6.).

In Hamburg werden 50 abstrakte Bilder des Niederländers Mondrian gezeigt (Bucerius Kunst Forum, 1.2.-11.5.2014), und die Sammlung Falckenberg stellt "Philip Guston - Das große Spätwerk" aus (22.2.-25.5.).

Eine Retrospektive des Vaters der Pop-Art, Richard Hamilton, ist in der Londoner Tate Modern zu sehen (13.2.-26.5.), während die Tate Britain den Bildhauer Richard Deacon retrospektiv ehrt (5.2.-27.4.). Die erste Schau zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs zeigt die Londoner National Gallery mit "The Great War in Portraits" (27.2.-15.6.).

Für Fotofans: In Paris läuft Henri Cartier-Bresson im Centre Pompidou mit mehr als 350 Fotos, Filmen und Dokumenten (12.2.-9.6.).

Mode- und Design-Interessierte gucken sich in Amsterdam die Schau des Ausnahme-Designers Marcel Wanders mit 400 Objekten an (Stedelijk Museum, 1.2.-15.6.), in Essen Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze. Fotografie - Mode - Buchkunst (Museum Folkwang, 15.2.-11.5.) und im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe Mythos Chanel (28.2.-18.5.).

Neues von Matthew Barney und Kunst im Hotel: Der März

Große Retrospektiven haben Emil Nolde in Frankfurt (Städel, 5.3.-15.6.), Kasimir Malewitsch und die russische Avantgarde in Bonn (Bundeskunsthalle, 11.3.-22.6.) und Robert Mapplethorpe im Pariser Grand Palais (26.3.-14.7.). Matthew Barney stellt im Haus der Kunst München (17.3.-17.8.) seine neue Arbeit "River of Fundament" aus - 13 große Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien und ein fünfstündiger epischer Film.

Die Schau Room Service - Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel - ist nicht nur in der Kunsthalle Baden-Baden zu sehen, sondern auch in Zimmern und Lobbys namhafter Hotels (22.3.-22.6.). Dabei sind Künstler von Max Beckmann bis Sophie Calle, von Christian Jankowski bis Cindy Sherman. Vom italienischen Tierbildhauer Rembrandt Bugatti (1884-1916), zu Lebzeiten ein Publikumsliebling, zeigt die Alte Nationalgalerie Berlin 80 Plastiken (2.3.-27.7.) und das Frankfurter Museum für Moderne Kunst versammelt mit Die Göttliche Komödie. Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler 54 Künstler aus 20 Ländern (21.3.-6.7.). Wer über die US-amerikanische Szene informiert sein will, sollte sich die Whitney Biennial in New York (Whitney Museum, 7.3.-25.5.) ansehen. Die lange Künstlerliste ist bereits auf whitney.org online zu lesen.

Ai Weiwei in Berlin und Polke in New York: Der April

Ai Weiwei hat einen großen Auftritt im Berliner Martin-Gropius-Bau (3.4.-7.6.). In Düsseldorf denkt man bei der Quadriennale "Über das Morgen hinaus" und daran beteiligen sich dreizehn Institute mit großen Ausstellungen (5.4.-10.8., quadriennale-duesseldorf.de )

Retrospektiven sind Lucio Fontana in Paris gewidmet (Musée d'Art Moderne Paris, 25.4.-24.8.), und dem großartigen Sigmar Polke mit "Alibis" im MoMA New York (19.4.-3.8.). In Wuppertal beginnt im Von-der-Heydt-Museum Das Menschenschlachthaus - Der Erste Weltkrieg in der französischen und deutschen Kunst (8.4.-27.7.). Draußen und in grandioser Landschaft direkt am berühmten Rheinufer findet die dritte Skulpturen-Triennale Bingen statt. Rund 20 Bildhauer, darunter Anna Fasshauer, Uwe Hennecken und Rainer Kriester bauen ihre Arbeiten zum Thema "Mensch und Maschine" zwischen Rheinfähre und Mäuseturm auf. (26.4.-5.10., www.skulpturen-bingen.de).

Wer Kunst kaufen will, kann das auf der Art Cologne, der Mutter aller Messen, vom 10.-13.4. in Köln tun.

Neue Kunst in Berlin: Der Mai

Pflichttermin für Kunstbegeisterte ist die 8. Berlin Biennale, (KunstWerke und anderswo, 29.5.-3.8.), die Juan A. Gaitán, Kanadier mit kolumbianischer Herkunft, kuratiert.

In Karlsruhe werden in der Schau Aktion Demonstration Partizipation. Beuys Brock Vostell die drei deutschen Aktionskünstler präsentiert, die in den Sechzigern auch gemeinsam auftraten (ZKM, 24.5.-5.10.). Das Gegenteil von Aktion sind die ikonengleichen und scheinbar leidenschaftslosen Motive von Alex Katz, die in Wien zu sehen sind, darunter U-Bahn-, Landschafts- und Party-Skizzen seit den vierziger Jahren bis heute (Albertina, 28.5.-14.9.). In Paris stellen Ilya und Emilia Kabakov im Grand Palais aus (10.5.-22.7.). Bis zu seiner Emigration 1988 aus der UdSSR zählte der Maler und Konzeptkünstler mit seiner kritischen Kunst zum "Moskauer Konzeptualismus".

Die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel widmet Gerhard Richter die bisher größte Ausstellung in der Schweiz mit Porträts, Stillleben und Landschaften und abstrakten Werken aus allen Schaffensperioden (18.5.-7.9.).

Koons auf dem Prüfstand und Venedig für Architekten: Der Juni

Architekten haben dieses Jahr ihren Pflichttermin in Venedig: Die 14. Architektur Biennale (7.6.-23.11.) mit dem Thema "Fundamentals" wird von Rem Koolhaas verantwortet. In den Nationalpavillons soll es um "Absorbing Modernity 1914 - 2014" gehen, und dafür ist im Deutschen Pavillon das Schweizer Architekten-Duo Alex Lehnerer und Savvas Ciriacidis zuständig.

In München thematisiert Stan Douglas in seinen neuen Fotografien die Emanzipationsbewegung in seiner Heimatstadt Vancouver und kulturelle Phänomene am Beispiel von Discomusik (Haus der Kunst, 21.6.-12.10.). Und in Hamburg hat Gianfranco Baruchello eine Retrospektive. Der in Deutschland wenig gezeigte Italiener wird 2014 neunzig Jahre alt, und ist bei uns fast unbekannt. Das wird sich nach der Schau in der Sammlung Falckenberg ändern (14.6.-28.9.).

Weltweit hingegen kennt man Jeff Koons. Er hat die Grenzen von elitärer Kunst und Massenkultur, industrieller Produktion, Geniekult und dem Künstler als Celebrity durchbrochen, hatte größte Medien- und Marktpräsenz - und noch nie eine große Museumsschau in den USA. Jetzt findet die erste Jeff Koons-Retrospektive mit 130 Objekten von 1979 bis heute vom 27.6.-19.10. im Whitney Museum statt. Wer einen Koons kaufen möchte, kann das auf der Art Basel, der zwar nicht mehr größten, aber noch immer seriösesten Kunstmesse der Welt tun (vom 19.-22.6.).



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