Renommierte Auszeichnung Journalistin der "Abendzeitung" mit Wächterpreis geehrt

Große Ehre für die Journalistin Angela Böhm: Für ihre Recherche zur Verwandtenaffäre im bayerischen Landtag bekommt sie den mit 12.000 Euro dotierten Wächterpreis der Tagespresse. Ihr Artikel erschien in der "Abendzeitung" - die vor kurzem Insolvenz anmeldete.

"AZ"-Landtagskorrespondentin Angela Böhm: Der dritte Wächterpreis
Daniel von Loeper

"AZ"-Landtagskorrespondentin Angela Böhm: Der dritte Wächterpreis


München - Angela Böhm "hat beharrlich und gegen erhebliche Widerstände aus der Politik die sogenannte Verwandtenaffäre im Bayerischen Landtag enthüllt und entscheidend dazu beigetragen, dass die Praxis der Beschäftigung von Ehepartnern und Kindern auf Kosten des Steuerzahlers beendet wurde". So steht es in einer Mitteilung der Stiftung "Freiheit der Presse", die damit ihre Entscheidung begründet, die Journalistin der Münchner "Abendzeitung" mit dem renommierten Wächterpreis der Tagespresse auszuzeichnen. Der erste Preis ist mit 12.000 Euro dotiert.

Böhm ist Landtagskorrespondentin der Münchner "Abendzeitung". Das Blatt hatte Anfang März einen Insolvenzantrag gestellt. Für Böhm ist es bereits der dritte Wächterpreis. Im Jahr 1990 belegte sie mit einem Artikel über dubiose Grundstücksgeschäft der Münchner Caritas den zweiten Platz. Auch 2008 wurde sie mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Damals hatte sie die Bespitzelung der Fürther Landrätin Gabriele Pauli durch Stoibers Staatskanzlei enthüllt.

In diesem Jahr werden neben Böhm auch die Journalisten Peter Berger und Joachim Frank vom "Kölner Stadt-Anzeiger" ausgezeichnet. Für Rang zwei bekommen sie 8000 Euro. Die Männer hatten sich mit der umstrittenen Haltung katholischer Kliniken zu vergewaltigten schwangeren Frauen auseinandergesetzt. "Unter dem Eindruck der Wirkung dieser Veröffentlichungen änderte die Kirche ihre Haltung", heißt es dazu in der Begründung der Stiftung.

Mit 6000 Euro werden Rudi Kübler und Christoph Mayer von der "Südwest Presse" (Ulm) gewürdigt. Sie recherchierten die Fehler am Ulmer Universitätsklinikum rund um den millionenschweren Neubau einer Chirurgie. Das Projekt hatte das Klinikum an den Rand des Ruins getrieben.

Der Wächterpreis der Tagespresse wird am 16. Mai in Frankfurt am Main verliehen. Ausgezeichnet werden laut der Stiftung couragierte Reporter, die "in Wahrnehmung von staatsbürgerlichen Rechten den Kampf um eine saubere Verwaltung aufnehmen, Übergriffe der Bürokratie oder anderer Machtgruppen recherchieren und darüber berichten und dabei ohne Rücksicht auf Namen und bestehende Verhältnisse Missstände schonungslos aufdecken". Eine Liste der bisherigen Preisträger finden Sie hier.

aar/dpa



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