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Präsidentenwahl in der Türkei: "Hürriyet"-Chefredakteur tritt zurück

Premier Erdogan hatte den Verlag scharf kritisiert: Kurz vor der Präsidentenwahl in der Türkei ist der Chefredakteur der "Hürriyet" zurückgetreten - aus eigenem Antrieb, wie der Verlag mitteilte. Es habe keinen politischen Druck gegeben.

Istanbul - Der Chefredakteur der türkischen Zeitung "Hürriyet", Enis Berberoglu, ist vor der Präsidentenwahl am Sonntag zurückgetreten. Vorausgegangen war scharfe Kritik von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Dogan-Verlag, dem das Blatt gehört. Die Zeitung wies Spekulationen zurück, Berberoglu habe wegen Druck der Regierung am Freitag seinen Posten geräumt. Vielmehr habe er sich aus eigenem Antrieb dazu entschieden und den Schritt noch vor der Abstimmung angekündigt, "damit dem keine politische Bedeutung beigemessen wird". Eine Stellungnahme von Berberoglu selbst gibt es bislang nicht.

Erdogan hatte den Dogan-Verlag wiederholt angegriffen. Bei einer Wahlveranstaltung am Donnerstag warf er der Mediengruppe vor, über einen ihrer Fernsehsender islamfeindliche Kommentare verbreitet zu haben. Zudem ergreife sie in ihrer Berichterstattung über den Konflikt im Gaza-Streifen Partei für Israel. Kritiker werfen Erdogan vor, als Regierungschef die Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt zu haben. Er bestreitet das.

hut/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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1. freiwillig...
juckel147 09.08.2014
Man kann sich schon denken wie freiwillig das war. Eine alte Demokratie stürzt sich freiwillig in eine Demokratur/republikanische Diktatur. Traurig.
2. Für wie dumm...
spon-facebook-10000526326 09.08.2014
Ich frage mich, für wie dumm man eigentlich in der Türkei die eigene Bevölkerung hält. Jeder, der halbwegs das politische System der AKP in der Türkei kennt, weiß, das dies bestimmt nicht freiwillig geschehen ist. Arme Türkei, wie weit ist dieses Land gesunken....
3. Arme Türkei
hatschon 10.08.2014
Weil die Erdogan Dogmatiker keine Menschen wollen die Lesen und Schreiben können , und somit auch Denken !
4. Freiwillig...
optional_muenchen 10.08.2014
Zitat von juckel147Man kann sich schon denken wie freiwillig das war. Eine alte Demokratie stürzt sich freiwillig in eine Demokratur/republikanische Diktatur. Traurig.
natürlich tritt der Mann freiwillig zurück. RTE wird Präsident. Danach gibt es noch mehr Hofberichtserstattung als bisher schon. Will die Dogan-Holding, wozu die Hürriyet gehört, noch direkten Draht haben zu den Geschehnissen Rund um den Kaiser, muss noch vor dessen Inthronisierung ein Zeichen gesetzt werden, damit RTE die Buckel-Haltung danach auch würdigt. Vorauseilender Gehorsam, oder eben "freiwillig"...
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Großbaumeister Erdogan: Gigantismus am Bosporus

Fläche: 783.562 km²

Bevölkerung: 77,696 Mio.

Hauptstadt: Ankara

Staatsoberhaupt:
Recep Tayyip Erdogan

Regierungschef: Binali Yildirim

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