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Waldschlösschenbrücke: Naturschutzverbände scheitern mit Klage

Weiterbauen, bitte! Im Streit um die Waldschlösschenbrücke hat sich ein Gericht gegen die von Naturschützern vorgeschlagene Tunnel-Alternative ausgesprochen. Dem Dresdner Elbtal droht damit endgültig der Verlust des Welterbestatus.

Dresden - Die Enttäuschung bei den Naturschützern ist groß: Das Dresdner Landgericht hat am Donnerstag ihre Klage gegen den Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke im Unesco-Welterbe Dresdner Elbtal abgelehnt.

Entwurf der Dresdner Waldschlösschenbrücke: Niederlage für Naturschützer
DDP / Henry Ripke Architekten

Entwurf der Dresdner Waldschlösschenbrücke: Niederlage für Naturschützer

Die Naturschutzverbände hatten sich gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Brückenbau gewandt und Verstöße gegen das europäische Naturschutzrecht bemängelt. Die Verbände hatten vor Gericht beklagt, dass durch den Brückenbau unter anderem der Lebensraum der seltenen Fledermausart Kleine Hufeisennase bedroht wird.

Die Grüne Liga erwägt eine Berufung gegen das Urteil. Zusammen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte sie einen Tunnel als Alternative zur Brücke vorgeschlagen.

Diese kommt jedoch nach Ansicht der Richter nicht in Betracht. Der Tunnel würde "zusätzlich erheblich in den Flusslauf der Elbe eingreifen", hieß es.

Die Welterbe-Kommission hatte in diesem Sommer unmissverständlich klargestellt, dass Dresden den Unesco-Titel verliert, wenn die Brücke entsteht. Ein Tunnel wurde als Kompromisslösung gesehen, der Bund signalisierte Hilfe für den Elbtunnelbau.

Der Streit um die 160 Millionen Euro teure Waldschlösschenbrücke entzweit die Dresdner Bürgerschaft seit Jahren. Im Februar 2005 hatte es bei einem Bürgerentscheid eine Mehrheit für die Brücke gegeben. Allerdings war damals noch nicht klar, dass damit der Welterbetitel verlorengeht.

Die Landesdirektion Dresden sprach indes von "einer guten Entscheidung für Dresden und den Naturschutz".

"Die Mehrheit der Bürger wünscht einen Brückenbau ohne Verzögerung", erklärte Behördensprecher Holm Felber. Zugleich habe das Gericht bestätigt, dass die nachträglichen Änderungen an der Planfeststellung dazu dienen, die Eingriffe in die Natur zu minimieren und dauerhafte Schäden zu vermeiden. So habe man das Beleuchtungskonzept für die Brücke geändert. In "potentiellen Flugzeiten der Kleinen Hufeisennase" gelte Tempo 30.

ber/dpa/ddp

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