Aufklärung von Belästigungsvorwürfen WDR-Intendant Buhrow räumt Fehler ein

In einem Interview hat sich Tom Buhrow ausführlich zu den Vorwürfen von sexueller Belästigung beim WDR geäußert - der Intendant übernimmt in dem Gespräch Verantwortung für Versäumnisse.

Tom Buhrow
DPA

Tom Buhrow


"Ich werfe mir drei Fehler vor", bekennt WDR-Intendant Tom Buhrow im Interview mit dem Branchenblatt "journalist". In dem Gespräch geht es um die Vorwürfe von Machtmissbrauch und sexueller Belästigung bei dem öffentlich-rechtlichen Sender, die in den vergangenen Monaten publik wurden.

Dazu gehöre die Abmahnung des Korrespondenten Arnim Stauth, als der 2010 Hinweise auf sexuelle Übergriffe an Verantwortliche weitergegeben hatte. "Die Ermahnung war rückblickend ein Fehler, weil sie einen völlig falschen Eindruck erweckt hat", so Buhrow. Inzwischen sei der Eintrag aus Stauths Personalakte gestrichen.

Auch im Umgang mit dem Personalrat seien Fehler passiert, räumt Buhrow ein: "Ich hätte die Arbeitnehmerseite noch näher an meine Seite holen müssen". Mitglieder des Gremiums hatten sich beschwert, ihre Einschätzungen seien übergangen worden. Außerdem sei es nicht richtig gewesen, eine Kanzlei als Anlaufstelle für Betroffene auszuwählen, die den WDR schon in Prozessen gegen Mitarbeiter vertrat.

Im WDR habe aber kein Klima der Angst geherrscht, so Buhrow: "Der WDR ist ein, ich will nicht sagen 'rebellischer Laden', aber doch ein sehr kritikfreudiger."

kae



insgesamt 8 Beiträge
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the great sparky 31.05.2018
1. übernimmt verantwortung?
ja, aber im sinne von verantwortung übernehmen im jahr 2018. man sollte mal nach dem namen seiters suchen und erfährt dann was verantwortung übernehmen vor gerade einmal 25 jahren bedeutete. heutzutage stellt sich ein innenminister vor die kameras der news-sender und säuselt "schuldigung für den bamf-skandal" und er ist offenbar exkulpiert. herr buhrow überstrahlt mit seiner übernommen verantwortung und informiert die öffentlichkeit über den inhalt der personalakte eines mitarbeiters; so ists recht - im jahr 2018
vox veritas 31.05.2018
2.
Im Artikel wird einmal von Abmahnung und einmal von Ermahnung gesprochen. Beides sind arbeitsrechtliche Maßnahmen, aber von unterschiedliche Wertigkeit. Wäre schön, wenn das mal präzisiert und konsequent angewandt wird.
Newspeak 31.05.2018
3. ...
"Verantwortung uebernehmen" hiesse, von seinem Job zuruecktreten. Alles andere sind Phrasen.
spmc-135322777912941 31.05.2018
4. Wieviele Fehler sind denn erlaubt ...
und wann fliegt man raus ? Ich übernehme die Verantwortung ist in D. mittlerweile zu einer hohlen Phrase geworden denn keiner, der so spricht, übernimmt die Veranwortung. Verantwortung übernehmen bedeutet "Rücktritt" von den reich gefüllten Trögen.
Thomassimo 31.05.2018
5. Ver-"Antwortung"
In Organisationen werden Kritiker als Nestbeschmutzer mundtot gemacht. Es leitet sich leichter, wenn alles reibungslos geht. Da stören Hinweise auf Fehlverhalten nur. Ver- Antwortung gibt es nur, wenn auch Fragen gestellt werden können. In einem Klima der Angst, wo Hinweisgeber kujoniert werden, versuchen solche erbärmlichen Möchtegernleitfiguren, das von ihnen angerichtete Leid zu saldieren und zu bagatellisieren, indem sie eine eigene Betroffenheit heucheln. Wer Format hat, lässt es zu etwas, für das er sich entschuldigen muss, erst gar nicht kommen. Oder er zieht im Nachhinein die Konsequenzen. Er dankt ab.
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