Nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung WDR und Fernsehfilmchef einigen sich außergerichtlich

Im Juni hatte der WDR dem "Tatort"-Koordinator Gebhard Henke gekündigt. Henke war rechtlich gegen die Kündigung vorgegangen. Doch nach SPIEGEL-Informationen kam es zur außergerichtlichen Einigung.

WDR in Köln
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WDR in Köln

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Der WDR und sein ehemaliger Fernsehfilmchef Gebhard Henke haben sich außergerichtlich geeinigt. Das erfuhr der SPIEGEL aus WDR-Kreisen. Eigentlich sollte heute der erste Termin vor dem Arbeitsgericht in Köln stattfinden. Dieser fällt nun aus. Laut Einigung wird Henke nicht mehr zum WDR zurückkehren, über den weiteren Inhalt ist bislang nichts bekannt.

In einer gemeinsamen Erklärung heißt es nun: "Nachdem das Vertrauensverhältnis zwischen dem WDR und Prof. Henke nicht mehr herzustellen ist, haben die Parteien entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden."

Mitte Juni hatte die ARD-Anstalt Henke aufgrund von Vorwürfen sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs fristlos gekündigt. Aus Sicht des WDR habe kein Vertrauensverhältnis mehr bestanden.

Laut WDR hatten in den Wochen vor der ausgesprochenen Kündigung mehr als zehn Frauen dem Sender über sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten durch den bisherigen Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie berichtet.

Henke hatten erstmalig im Mai sechs Frauen im SPIEGEL vorgeworfen, sie belästigt zu haben. Die Frauen, darunter Charlotte Roche und Nina Petri, berichteten, wie sie von Henke betatscht und begrapscht worden seien, wie er sie an den Po oder an den Bauch gefasst habe, wie er angedeutet habe, sie zu fördern, und dafür offenbar körperliche Zuwendungen erwartete oder wie er immer wieder aus seiner professionellen Rolle gefallen sei. Die anderen Frauen wollen anonym bleiben, sind dem SPIEGEL aber namentlich bekannt.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte sich der WDR um Aufklärung bemüht. Man habe die entsprechenden Schilderungen sorgfältig geprüft, so der Sender, und den Beschuldigten angehört. Eine mündliche Anhörung habe Henke aber abgelehnt. Daraufhin übermittelte der WDR ihm die Vorwürfe schriftlich. Henke bestritt diese, konnte sie aber offenbar nicht hinreichend entkräften.



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