Bayreuth Unesco kürt Opernhaus zum Weltkulturerbe 

Die Unesco hat das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth als Weltkulturerbe anerkannt. Es ist eines der wenigen gut erhaltenen Barocktheater Europas. Die bayerische Landesregierung lässt es für viele Millionen Euro herrichten.

DPA

Bayreuth/St. Petersburg - Das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth gehört künftig zum Weltkulturerbe. Das Unesco-Welterbekomitee beschloss am Samstag auf seiner Jahrestagung in St. Petersburg die Aufnahme des oberfränkischen Barockgebäudes in die Welterbeliste, wie das bayerische Kunstministerium mitteilte. Nun ist Deutschland mit 37 Stätten in der Welterbeliste vertreten.

Über die Aufnahme der kurfürstlichen Residenz in Schwetzingen in die Liste einzigartiger Schätze der Menschheit sollte das Gremium später abstimmen. Anders als für Bayreuth lag für den zweiten deutschen Antrag aber keine Empfehlung von Experten vor.

Das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth wurde 1746 bis 1750 vom damals europaweit führenden Theaterarchitekten Giuseppe Galli Bibiena und dessen Sohn Carlo gebaut. Auftraggeber war das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine von Brandenburg-Kulmbach. Bis heute ist das Opernhaus in seiner ursprünglichen Form erhalten. Es ist damit weltweit die einzige Stätte, an der die Kunstgattung der "Opera Seria" als Repräsentationsform des Absolutismus authentisch erfahren werden kann.

Finanzminister Markus Söder (CSU) erklärte, das Finanzministerium investiere enorme Summen in den Erhalt des Bayreuther Welterbes. Allein in den nächsten vier Jahren werde das Markgräfliche Opernhaus für knapp 19 Millionen Euro restauriert.

Auf der 36. Sitzung des Unesco-Welterbekomitees gab es insgesamt mehr als 30 Anträge von Kultur- und Naturstätten. Weltweit am bekanntesten unter den Nominierungen ist die Geburtskirche Jesu Christi in Betlehem. Es war der erste Antrag der Palästinenser überhaupt. Er war am Freitag angenommen worden.

Die Abstimmungen dauern noch bis zu diesem Sonntag. In den vergangenen Tagen hatten Experten aus mehr als 180 Ländern auch über andere Fragen des Welterbes getagt. Im Jahr des 40-jährigen Bestehens der Unesco ist Russland das erste Mal Gastgeber einer solchen Konferenz, die am 6. Juli endet.

Die Entscheidungen im Komitee werden mehrheitlich auf Grundlage von Expertengutachten getroffen. Ausschlaggebend dafür sind der universelle Wert der Stätte sowie ein Plan, der den Erhalt für künftige Generationen sicherstellt. Auf der Welterbeliste stehen heute mehr als 900 Kultur- und Naturstätten in 153 Ländern.

son/dapd/dpa



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