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20. April 2018, 18:37 Uhr

"Massive Vorwürfe"

Drei weitere Fälle sexueller Belästigung beim WDR bekannt

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Beim Westdeutschen Rundfunk gibt es nach SPIEGEL-Informationen drei weitere Männer, die Kolleginnen sexuell belästigt haben sollen. Besonders ein Fall sorgt für Ärger.

Die Affäre beim WDR rund um Korrespondenten, die Kolleginnen sexuell belästigt haben sollen, weitet sich aus. Nach Informationen des SPIEGEL gibt es drei weitere Fälle, in denen Vorwürfe erhoben werden: gegen einen prominenten TV-Kollegen, der mittlerweile im Ruhestand ist, gegen einen Hörfunk-Kollegen, der wegen Stalkings bereits aktenkundig sein soll, aber bis heute beim WDR arbeitet, und gegen einen Mitarbeiter der Abteilung Revision.

Der Sender teilt zu den Fällen mit, dass die Verantwortlichen alle Hinweise ernst nähmen und ihnen nachgingen. "Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes äußern wir uns aber nicht öffentlich zu einzelnen Namen und Mitarbeitern." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Seit gut zwei Wochen befasst sich der WDR mit #MeToo-Fällen im eigenen Hause, seit "Stern" und correctiv.org über einen WDR-Korrespondenten berichteten, der Kolleginnen belästigt haben soll, trotz der Vorwürfe aber noch Karriere machen konnte. Die Hausspitze rund um Intendant Tom Buhrow hat Aufklärung versprochen, doch immer neue Berichte lassen Mitarbeiter und den Personalrat zweifeln, wie ernst ihnen das Anliegen ist.

Besonders der Fall des Kollegen aus der Revision sorgt intern für Ärger. Vergangene Woche hatte Buhrow verkündet, dass die Abteilung Revision, die sich sonst eigentlich mit Korruption auseinandersetzt, einen Überblick zu den bislang bestehenden Vorwürfen sexueller Belästigung erstellen wird. Dabei liegen gegen einen Mitarbeiter dieser Abteilung "massive Vorwürfe wegen sexueller Belästigung" vor. Das sagte dem SPIEGEL jemand, der aufgrund seiner Position im WDR darüber Bescheid weiß. "Da wurde der Bock zum Gärtner gemacht."

Der Mitarbeiter der Revision soll zwei jüngere Kolleginnen belästigt und so bedrängt haben, dass sie sich eingeschüchtert gefühlt hätten. Eine Frau habe deswegen sogar gekündigt, heißt es. Diese Vorwürfe seien auch schon erhoben worden, bevor es Veröffentlichungen zum WDR gegeben habe. Eine weitere Person, die mit dem Vorgang betraut ist, bestätigt den Fall.

Der WDR sagt auf Anfrage, dass der von der Revision erstellte Überblick bereits vorgelegt wurde. "Damit endete die Befassung der Revision". Die Frage, ob der beschuldigte Mitarbeiter aus der Revision in dem eigens erstellten Überblick der Revision aufgeführt wird, ließ der WDR unbeantwortet. Die Sprecherin lässt lediglich wissen, dass der Überblick von zwei Mitarbeiterinnen erstellt worden sei.

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