Umstrittener Verkauf aus NRW Warhol-Bilder bringen150 Millionen Dollar

Jackpot für die landeseigene Spielbank Westspiel aus NRW: Ihre Bilder von Andy Warhol sind für 151,5 Millionen Dollar versteigert worden. Mit dem Geld sollen Casinos saniert werden - doch der Deal ist umstritten.

  Warhol-Werke "Triple Elvis" und "Four Marlons": Immense Wertsteigerung
DPA/ Christie`s/ The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc

Warhol-Werke "Triple Elvis" und "Four Marlons": Immense Wertsteigerung


New York - Die umstrittene Versteigerung zweier Warhol-Bilder des deutschen Casinobetreibers Westspiel hat die Erwartungen noch übertroffen. Die beiden Bilder "Triple Elvis" und "Four Marlons" brachten am Mittwochabend (Ortszeit) bei Christie's in New York zusammen 151,5 Millionen Dollar (120 Millionen Euro). Erhofft hatte sich Westspiel 120 Millionen Dollar.

Das Unternehmen ist eine Tochter der landeseigenen NRW-Bank. Es hatte die Bilder in den Siebzigern und Achtzigern zur Ausstattung der Spielbank in Aachen gekauft. "Triple Elvis" kostete damals 85.000 Dollar, "Four Marlons" 100.000 Dollar. Wegen der enormen Wertsteigerung hatte Westspiel die Bilder aber zuletzt nicht mehr in der Spielbank gezeigt, sondern im Depot verwahrt. Mit dem Erlös sollen nun defizitäre Spielbanken aufgemöbelt werden.

Der Verkauf beider Bilder ist in Nordrhein-Westfalen hochumstritten. Kritiker befürchten einen Ausverkauf der landeseigenen Kunst, um Haushaltslöcher zu stopfen.

Beide Bilder sind Siebdrucke, gut zwei Meter hoch und etwa 1,70 Meter breit. "Triple Elvis" von 1963 zeigt Elvis Presley dreimal in Westernpose, "Four Marlons" zeigt viermal Marlon Brando auf einem Motorrad mit Ledermütze.

Die Auktion des Elvis-Bildes ging nach einem furiosen Start nur schleppend voran, letztlich kam der Zuschlag bei 73 Millionen Dollar. Mit der Prämie für Christie's werden für das Bild gut 81,9 Millionen Dollar fällig. Bei dem zweiten Bild fiel der Hammer bei 62 Millionen Dollar, der Verkaufspreis beträgt 69,6 Millionen Dollar. Die Werke gingen vermutlich an zwei Käufer. Einer beteiligte sich per Telefon an der Auktion, der andere saß im Saal.

Trotz der spektakulären Wertsteigerung: Einen Verkaufsrekord stellen die beiden Bilder nicht auf. Vor fünf Jahren wurde "Eight Elvis" für satte 100 Millionen Dollar versteigert. Und vor einem Jahr wurde "Silver Car Crash (Double Disaster)" des 1987 verstorbenen Künstlers für 105 Millionen Dollar versteigert.

vet/dpa



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insgesamt 17 Beiträge
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siamkatz 13.11.2014
1. defizitär
Wie kann denn ein Casino defizitär sein? Wohl nur, wenn der Staat als Betreiber dort jeden Cent raussaugt und die "Infrastruktur" verkommen lässt. Dass die Spieler mit Plus da rausgehen kann ja nicht sein. Oder haben die Reichen heutzutage andere Hobbys als Roulette für die Staatskasse?
toby85fue 13.11.2014
2. wo ist das Problem?
Die Bilder waren kein Landeseigentum sondern Besitz der westspielgruppe, die jährlich Millionen an Steuergeldern abwerfen. Den verkauf halte ich bereits deswegen für absolut legitim, da die Sanierung somit nicht vom Steuerzahler gezahlt werden muss, sondern aus den Verkaufserlösen finanziert wird. Zumal die Bilder ja seit Jahren nicht mehr ausgestellt waren.
wqa 13.11.2014
3.
Die Kasinos machen Miese. Anstatt sie dicht zu machen schmeißt man hier das Geld weg. Logik einer Ministerpräsidentin die völlig in ihrem Amt überfordert ist. Frau Kraft ist Bankkauffrau und Dipl.Ökonomin. Da sieht man, was solchen Ausbildungen heute noch wert sind.
ekel-alfred 13.11.2014
4. Fragwürdiges Verhalten
Mir wird übel. Da wird Kunst verscherbelt um ein Casino zu sanieren, um damit wiederum die Spielsucht zu fördern? Haben wir in NRW noch alle Tassen im Schrank?
Crossi71 13.11.2014
5. Wow
Die wären sehr dumm gewesen, wenn sie die Bilder nicht verkauft hätten. Was bringt der Besitz von Bildern, die zu wertvoll sind, um sie jemanden zu zeigen. Die neuen Besitzer werden diese Bilder sicherlich entsprechend präsentieren. Warhol ist kein deutscher Künstler, hat also im Besitz des Staates zur Erhaltung von Kulturerben nichts verloren.
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