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Streit um TV-Remake: "Winnetou" bleibt vorerst geschützt

Winnetou-Darsteller Nik Xhelilaj Zur Großansicht
RTL/ Nikola Predovic, RatPack

Winnetou-Darsteller Nik Xhelilaj

Darf der Apachen-Häuptling im RTL-Remake "Winnetou" heißen? Der Karl-May-Verlag konnte den Schutz seiner berühmten Marke vor dem EU-Gericht vorerst verteidigen.

Der große Manitu wäre wohl stolz: Mit Erfolg hat der Karl-May-Verlag vor dem EU-Gericht den Schutz der Marke "Winnetou" verteidigt. Die Luxemburger Richter erklärten die Löschung der Marke für ungültig. Bereits 2003 hatte sich der Bamberger Verlag den Namen der Romanfigur für Fanartikel beim Europäischen Markenamt gesichert. "Winnetou"-Kaffeetassen und "Winnetou"-Laubsägebrettchen bieten die Bamberger schon an. Auf Dinge wie "Winnetou"-Konfitüre oder "Winnetou"-Tee müssen hartgesottene Fans aber noch warten.

Das Filmunternehmen Constantin Film hatte zunächst durchsetzen können, dass das europäische Markenamt den Schutz für fast alle Produkte wieder aufheben musste. Mit der Begründung dafür war das EU-Gericht aber nicht zufrieden. Deshalb muss das Amt nun neu über die Löschung befinden und dabei das Urteil berücksichtigen. Die Constantin Film kann noch in die nächste Instanz gehen.

Streit um RTL-Remake

Hintergrund des juristischen Streits ist eine Auseinandersetzung um drei geplante "Winnetou"-Filme von RTL, die von der Constantin produziert werden. Der Privatsender hatte die Filme analog zu den Romanen und den Filmklassikern aus den Sechzigerjahren "Winnetou" nennen wollen. Dagegen hatte der Karl-May-Verlag geklagt. Die Begründung: Die Handlung in den vorgelegten Drehbüchern weiche zum Teil massiv von den Romanvorlagen Karl Mays ab. Der Verlag hatte sich deshalb auf sein Titelschutzrecht berufen.

Dieser Argumentation war im Dezember 2015 das Landgericht Nürnberg-Fürth gefolgt. Die geplanten Filme würden sich so stark von den Romanvorlagen unterscheiden, dass nicht mehr von einer Verfilmung gesprochen werden könne. Es bestünde damit ein Unterlassungsanspruch des Verlags, hieß es in dem Urteil.

Die Dreharbeiten haben bereits Mitte August 2015 in Kroatien begonnen, die Ausstrahlung ist für 2016 geplant. Der 32-jährige Albaner Nik Xhelilaj soll den Apachen-Häuptling spielen. Für die Rolle von Winnetous Blutsbruder Old Shatterhand ist Wotan Wilke Möhring vorgesehen.

mka/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Recht reformbedürftig
mantrid 18.03.2016
Genau genommen hat der Verlag keinerlei geistige oder sonstige Leistung erbracht, die einen Schutz rechtfertigen. Das war damals Karl May und dessen Rechte sind sämtlich abgelaufen. Somit sollte der Name Winnetou für jedermann frei verfügbar sein. Drehbuchautoren und Regisseure die aus "dramaturgischen" Gründen eklatant von der Literaturvorgabe abweichen, betrachte ich als Kulturbanausen. So etwas ist übelster Etikettenschwindel. Ebenso von Übel ist das Verstümmeln von Kinofilmen, um sie Fernseh- bzw. Werbegerecht anzupassen. So etwas sollte man mit langjährigen Haftstrafen belegen.
2. Raffiniert
Tante_Frieda 18.03.2016
Da will die Constantin-Film,bekanntlich im Besitz der Leo-Kirch-Erben,wohl wieder in bester Manier des inzwischen verstorbenen Filmhändlers und TV-Sender-Besitzers klagen,klagen,klagen...
3. Noch weiter
bonngoldbaer 18.03.2016
Noch weiter als die Pseudo-Karl-May-Filme der 60er Jahre kann ein Film doch gar nicht von der Romanvorlage abweichen. Ich vermute, dass RTL der Familie Schmid, die seit über hundert Jahren mit Karl May viel Geld verdient, nur ein besseres Angebot machen muss, damit die jedes noch so miese Drehbuch abnickt.
4.
sawa 20.03.2016
mein Vorschlag: man könnte doch "diese Teesorte", ohne jemanden damit zu ärgern, auch kurz und bündig "Winnetee" nennen . . . ? Walther Liesow, Frei-Weinheim
5.
sawa 20.03.2016
Zitat von sawamein Vorschlag: man könnte doch "diese Teesorte", ohne jemanden damit zu ärgern, auch kurz und bündig "Winnetee" nennen . . . ? Walther Liesow, Frei-Weinheim
. . . war wohl das falsche Thema . . .
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