Führungswechsel Miriam Meckel wird Chefin der "Wirtschaftswoche"

Spektakuläre Neubesetzung: Miriam Meckel wird Chefredakteurin der "Wirtschaftswoche". Die Wissenschaftlerin löst Roland Tichy ab.

DPA

Düsseldorf - Prominenter Neuzugang bei der "Wirtschaftswoche": Die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel wird neue Chefredakteurin, wie sie über Twitter selbst mitteilte. Die bisherige Universitätsprofessorin löst Roland Tichy ab, der seit 2007 Chefredakteur des Blatts war und der den damals zur Deutschen Bank gewechselten Stefan Baron abgelöst hatte.

Meckel, Jahrgang 1967, wurde mit gerade einmal 31 Jahren 1999 als Professorin für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an die Universität Münster berufen und übernahm dort als Geschäftsführende Direktorin die Leitung des Instituts für Kommunikationswissenschaft. 2001 wurde sie Staatssekretärin beim Ministerpräsidenten von NRW - zunächst als Regierungssprecherin, dann als Staatssekretärin für Europa, Internationales und Medien.

Derzeit ist Meckel Professorin für Corporate Communication und Direktorin am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen, in der Schweiz. Zudem arbeitet sie als Beraterin für strategische Kommunikation und Publizistin. Journalistische Erfahrungen hat Meckel, die mit TV-Moderatorin Anne Will liiert ist, bislang vor allem im Fernsehen gesammelt: Von 2006 bis 2007 moderiert sie etwa den Wirtschaftstalk "Miriam Meckel - Standpunkte" bei n-tv.

Nach dem Burnout folgte ein Buch-Erfolg

Ihren größten publizistischen Erfolg hatte Meckel mit einem Buch in eigener Sache: Nachdem 2010 bekannt geworden war, dass sie unter einem Burnout gelitten hatte, sorgte ihr Bestseller "Brief an mein Leben" für Aufsehen. Im Interview mit dem SPIEGEL sagte sie damals, sie habe keine Angst, wegen ihrer Erkrankung keine interessanten Jobs mehr angeboten zu bekommen: "Die Posten, von denen Sie sprechen, will ich gar nicht. Sie verlangen eine Selbstdisziplinierung, auf die ich keine Lust mehr habe."

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Meckels Vorgänger Roland Tichy wechselt dem Branchendienst "Meedia" zufolge als Geschäftsführer zur neu gegründeten Tochtergesellschaft "DVH Ventures" der Holtzbrinck-Verlagsgruppe, zu der auch die "Wirtschaftswoche gehört. Er hatte zuvor als Stellvertretender Chefredakteur des "Handelsblatts" in Berlin gearbeitet, allerdings auch mit zwei ehemaligen "Handelsblatt"-Nebenprodukten Schiffbruch erlitten: Das Aktienblättchen "Telebörse" musste nach Millionenverlusten eingestellt werden, "Euro" wurde an die Konkurrenz verkauft. Zwischen 1985 und 1990 war Tichy zudem Bonner Korrespondent der "Wirtschaftswoche".

mxw

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
retmar 08.05.2014
1.
Zitat von sysopDPASpektakuläre Neubesetzung: Miriam Meckel wird Chefredakteurin der "Wirtschaftswoche". Die Wissenschaftlerin löst Roland Tichy ab. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/wirtschaftswoche-miriam-meckel-loest-roland-tichy-ab-a-968250.html
Da ist nur noch zu hoffen, dass Bettina Röhl diesem Blatt erhalten bleibt.
basimir 08.05.2014
2. Das Ende von Bettina Röhl ?
Man darf gespannt sein, ob das nicht das Ende von Bettina Röhl bei der Wirtschaftswoche bedeutet, die so wohltuend aus dem langweiligen journalistischen Einheitsbrei hervor sticht.
robbstark2 08.05.2014
3.
Schade, Roland Tichy war einer der wenigen die auch mal gegen den linksgrünen Mainstream argumentiert und ein paar ungeliebte Wahrheiten ausgesprochen hat. Hoffen wir mal das seine Nachfolgerin dem treu bleibt.
kenterziege 08.05.2014
4. Das war auch...
Zitat von retmarDa ist nur noch zu hoffen, dass Bettina Röhl diesem Blatt erhalten bleibt.
....mein erster Gedanke!
Progressor 08.05.2014
5. Nein
Zitat von robbstark2Schade, Roland Tichy war einer der wenigen die auch mal gegen den linksgrünen Mainstream argumentiert und ein paar ungeliebte Wahrheiten ausgesprochen hat. Hoffen wir mal das seine Nachfolgerin dem treu bleibt.
Genau das hoffen wir nicht und genau das muss sich bei der Wirtschaftswoche ändern, damit sie nicht zur Lachnummer verkommt. Das was Sie "ungeliebte Wahrheiten" nennen, war nichts anderes als die Verweigerung von makroökonomischen Zusammenhängen.
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