Wörter des Jahres 2009 "Kriegsähnliche Zustände" nach der "Abwrackprämie"

Kaum ein anderer Begriff war 2009 so präsent: Jetzt hat die Gesellschaft für deutsche Sprache "Abwrackprämie" zum Wort des Jahres gewählt. Auf Platz zwei steht "kriegsähnliche Zustände" - passend zur derzeitigen Afghanistan-Debatte.

Abwrackprämie: verbreitet "in zahlreichen Zusammenhängen"
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Abwrackprämie: verbreitet "in zahlreichen Zusammenhängen"


"Abwrackprämie" ist das Wort des Jahres 2009. Das teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Dieser Ausdruck sei seit Anfang des Jahres in der öffentlichen Diskussion präsent gewesen und habe sich weit über die von der Bundesregierung beschlossene Maßnahme "in zahlreichen Zusammenhängen" verbreitet, so die Jury in ihrer Begründung.

Auf die zweite Position wählte die Jury den Ausdruck "kriegsähnliche Zustände": "Dieser Ausdruck ist ein vorläufiges Ergebnis einer schon länger andauernden Debatte darüber, wie der Einsatz deutscher Bundeswehrsoldaten in Afghanistan bezeichnet werden sollte. Lange Zeit war trotz bewaffneter Gefechte und Todesopfern von einem 'Stabilisierungseinsatz' die Rede, nun wurde die Nähe zu einem Krieg in die genannte Wendung gefasst."

Auf dem dritten Rang steht das Wort "Schweinegrippe", gefolgt von "Bad Bank" und "Weltklimagipfel".

Weitere Erwähnung fanden unter anderem "twittern" und "Wachstumsbeschleunigungsgesetz".

Der Jury gehören der Hauptvorstand und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sprachgesellschaft an. Ausgewählt wurden wie in der Vergangenheit Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen.

Im Jahr 2008 war "Finanzkrise" zum Wort des Jahres gewählt worden.

sha

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insgesamt 5 Beiträge
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leerzeichen 18.12.2009
1. Vorschlag aus Liste
"bad bank" finde ich besser. Die Häufigkeitsstatistik kenne ich aber nicht.
asdf01 18.12.2009
2. Wort des Jahres
Wort des Jahres sollte eindeutig der ominöse "rechtsfreier Raum" Internet sein, da es ein Musterbeispiel dafür ist, wie ahnungslose Politiker über Dinge entscheiden und Gesetze erlassen, von denen sie überhaupt durch Einflüsterer entsprechnder Interessengruppen Kenntnis haben.
Ahab, 18.12.2009
3. Neusprech für Arme
Stell dir vor, es ist Krieg, aber alle reden nur von "kriegsähnlichen Zuständen" "Kriegsähnlich"- da hat die Propaganda-Abteilung des "Verteidigungs"-Ministerium schlecht gearbeitet, hätten die Chefstrategen für Wortverdrehung das nicht an eine professionelle PR-Agentur outsourcen können? Selbst wenn man nur 3 Hirnzellen hat, muss man sich doch fragen, was der Unterschied zwischen "Krieg" und "Kriegsähnlich" eigentlich sein soll? Ich empfehle Herrn Guttenberg jedenfalls, demnächst doch lieber von "kriegsidentischen" Zuständen zu faseln.
laeufergott, 18.12.2009
4. ?
Zitat von leerzeichen"bad bank" finde ich besser. Die Häufigkeitsstatistik kenne ich aber nicht.
Geht es um Gross- bzw. Kleinschreibung oder das Wort als "Wort des Jahres"? Ich finde, dass von der Gesellschaft fuer deutsche Sprache der Ausdruck "Bad Bank" niemals in der Auswahlliste aufgenommen werden duerfen, schliesslich ist es kein deutscher Ausdruck, sondern englisch. Ziemlich enttaeuschend!
Papa_Oystein 18.12.2009
5. ähnlich
Ich warte darauf, dass endlich jemand aus der friedensähnlichen Bewegung den alten Aphorismus neu prägt: "Stell dir vor, es ist kriegsähnlicher Zustand, und keiner führt eine hingehähnliche Aktion aus!"
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