World Press Photo 2017 Der tote Botschafter

Ein erhobener Zeigefinger und Hass im Blick: Das Pressefoto des Jahres 2017 zeigt das Attentat auf Andrej Karlow, den russischen Botschafter in Ankara.

Burhan Ozbilici/ AP/ World Press Photo

Es war einer der unwirklichsten Pressemomente des vergangenen Jahres: Der russische Botschafter in Ankara, Andrej Karlow, wurde vor laufender Kamera am Rande einer Kunstausstellung erschossen. Der Fotograf Burhan Ozbilici war am 19. Dezember bei der Veranstaltung anwesend und hatte den Moment für die Nachrichtenagentur AP eingefangen: Es ist das Weltpressefoto des Jahres 2017.

Der türkische Polizist Mevlüt Mert Altintas, der zum Zeitpunkt des Mordes außer Dienst war, hatte sich als Sicherheitsmann getarnt und dann das Feuer eröffnet. Der 22-jährige Täter hatte mehrfach "Vergesst Syrien nicht" gerufen. Anschließend war er von Sicherheitsbeamten getötet worden. Burhan Ozbilici schilderte später in einem Blog der Nachrichtenagentur AP, wie er die Tat erlebte.

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Die Jury trug mit ihrer Entscheidung vor allem dem Einsatz des Fotografen Rechnung: "Ich finde Burhan war unglaublich mutig und hat unglaubliche Gelassenheit an den Tag gelegt, als es ihm gelang, während des Attentats ruhig zu bleiben und ein so imposantes Foto aufzunehmen", sagte Stuart Franklin, Vorsitzender der Jury.

Die Jury hatte das Siegerfoto aus über 80.000 Einsendungen ausgewählt. Insgesamt wurden 45 Fotografen in acht Kategorien ausgezeichnet, darunter drei Deutsche. Mehr als 5000 Fotografen aus 125 Ländern hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis für das beste Pressefoto des Jahres wurde zum 60. Mal verliehen.

Die ausgezeichneten Fotos werden in einer Ausstellung gezeigt, die in zunächst am 14. April in Amsterdam und anschließend 45 Ländern zu sehen ist.

gia/dpa

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insgesamt 41 Beiträge
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jojack 13.02.2017
1. Grenzwertig
Das Foto ist grenzwertig geschmacklos. Der fanatische Mörder neben dem Opfer im Todeskampf. Denkbar, dass sich mancher Nachwuchs-Gotteskrieger von diesem Foto gar ermutigt fühlt.
maglan 13.02.2017
2.
Ich kann auch nicht verstehen, wie man feigen Mördern auch noch eine solche Bühne bietet und quasi zu "Ikonen" stilisiert in dem man solche Bilder auch noch zum "Pressefoto des Jahres" kürt.
ericstrip 13.02.2017
3.
Zitat von jojackDas Foto ist grenzwertig geschmacklos. Der fanatische Mörder neben dem Opfer im Todeskampf. Denkbar, dass sich mancher Nachwuchs-Gotteskrieger von diesem Foto gar ermutigt fühlt.
Volle Zustimmung! Absurd auch die Warnung unter dem Bild: "Achtung: Die folgende Bildstrecke enthält zum Teil drastische Darstellungen.“ Da hat man dieses Bild aber schon gesehen. Ästhetik wie aus einem Tarantino-Film, nur leider echt. Bestimmt gibt es das Motiv bald auch irgendwo in der Welt als T-Shirt. Manche Bilder sollte man nicht veröffentlichen.
bran_winterfell 13.02.2017
4. unglaublich
Das Foto ist vor allem eins: gewaltverherrlichend. Es wäre schön, wenn SPON die Größe besitzen würde, den Beitrag schnell wieder zu löschen.
nocheinmallangsam 13.02.2017
5. Pietätlos
Neben der glorifizierenden Darstellung eines Fanatikers zeigt das Bild auch die Leiche des Botschafters, aus meiner Sicht pietätlos und geschmacklos. Auch ich würde SPON bitten, dieses Bild nicht mehr zu zeigen.
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