World Press Photo Award Tod einer Familie

Im Vordergrund die toten Kinder, hinten der tote Vater, um sie eine wütende Menge im Gaza-Streifen: Dieses Bild des Fotografen Paul Hansen hat die Jury des World Press Photo Awards aus mehr als hunderttausend Einsendungen zum "Photo of the Year" gekürt.

Paul Hansen/ Dagens Nyheter

Hamburg/Amsterdam - Ein Foto, das aufwühlt und verstört: Eine Gruppe von Männern trägt zwei tote Kinder in weißen Tüchern durch die Straßen von Gaza-Stadt. Sie sind auf dem Weg zu einer Moschee, wo die Kinder beigesetzt werden sollen - die Leiche ihres Vaters wird hinter ihnen hergetragen. Die zweijährige Suhaib Hijazi und ihr dreijähriger Bruder Mohammed kamen bei einem israelischen Raketenangriff ums Leben.

Der schwedische Fotograf Paul Hansen hatte das Bild am 20. November 2012 für die Tageszeitung "Dagens Nyheter" aufgenommen. Der Kontrast zwischen der Wut und der Trauer der Erwachsenen und der Unschuld der beiden Kinder mache das Foto unvergesslich, begründete Jury-Mitglied Mayu Mohanna die Wahl zum "Photo of the Year".

2013 wurden 103.481 Fotografien aus 124 Ländern eingereicht. Zentrale Themen seien der Syrien-Konflikt, Hurrikan "Sandy" und die US-Wahlen gewesen, so Santiago Lyon, Vorsitzender der internationalen Jury. Der Wettbewerb führe einem die Erfahrungen der gesamten Menschheit im Verlauf eines Jahres vor Augen, sagt der Vizepräsident und Leiter der Fotografie von The Associated Press in einem Interview.

Der World Press Photo Award ist am Freitag zum 56. Mal vergeben worden. Er ist der international wichtigste Preis für Pressefotografie und der weltgrößte Wettbewerb seiner Art. Neben dem "Foto des Jahres" prämiert eine 19-köpfige Fachjury herausragende Arbeiten aus den Bereichen "News", "Porträt" und "Sport".

Die in den Niederlanden ansässige World Press Photo-Stiftung ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die 1955 gegründet wurde. Zwei Wochen lang berieten sich die 19 Juroren, bevor sie die Gewinner kürten. Insgesamt zeichneten sie 54 Fotografen in neun Kategorien aus 32 Ländern aus. Das Pressefoto des Jahres ist mit 10.000 Euro dotiert.

Alle Siegerfotos werden als Wanderausstellung in mehr als 45 Ländern ausgestellt. Die Tour beginnt am 26. April 2013 in Amsterdam.

jud



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
spiegelallerlei 15.02.2013
1. Als Vater
von zwei kleinen Kindern wird's einem gleich ganz anders bei diesem Bildern. Es sind doch immer die falschen, die bei solchen Konflikten leiden müssen.
perspective 15.02.2013
2. gefangen gehalten vs. gefoltert
Beim zweiten Bild steht in der Beschreibung: "Zweiter Preis in der Kategorie "News Single": Syrische Oppositionskämpfer entführten Informanten der Regierung und hielten sie 48 Stunden *gefangen*.", die hochgehobenen Füße und der Schatten rechts sehen zusammen was nach Bastonade aus. Auf der World Press Photo Seite steht auch: "Opposition fighters regularly launched operations to seize government informants after dark. Two informants were captured, declared guilty under interrogation, and *tortured* throughout the night; tired soldiers had to be replaced so the *torture* could continue. After 48 hours the captives were released." Ist zwar nicht falsch, dass sie gefangen gehalten wurden, aber auf die Folter vielleicht lieber auch hinweisen ...
An-On 15.02.2013
3. Da wird der World Press Photo Award
ja bald auf die Liste der 10 weltweit schlimmsten Antisemiten kommen. Palaestinensische Opfer israelischer Aggression? Wo kommen wir denn da hin, wenn sowas gezeigt wird?
spiekr 15.02.2013
4. Die Frauen fehlen -
wie an der Klagemauer.
regensommer 15.02.2013
5.
Sie wissen doch, ist ein Land besetzt sind Frauen besonders der Willkür der Besatzer ausgeliefert. Daher ist es besser sich gut zu verstecken. Übrigens hätte das in dem konkreten Fall genauso viel Beweiskraft wie ihre Behauptung der häkelnden Frauen.
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