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ZDF-Reporter Réthy: "Das macht einen über Nacht berühmt"

Bildausfall, Schock! ZDF-Reporter Béla Réthy, 51, musste im EM-Halbfinale plötzlich wie fürs Radio kommentieren. Mit SPIEGEL ONLINE spricht er über den dramatischsten Moment seiner Fernsehlaufbahn.

SPIEGEL ONLINE: Wie haben Sie den Bildausfall während des EM-Halbfinales im ersten Augenblick erlebt?

Réthy: Ich war völlig überrascht, als ich auf einmal den Hinweis aufs Ohr bekam, dass die Zuschauer kein Bild sehen. Ganz ehrlich, so etwas ist mir während meiner 16-jährigen Laufbahn als Live-Reporter noch nie passiert.

ZDF-Reporter Réthy: "Was bleibt mir anderes übrig, als cool zu bleiben?"
ZDF

ZDF-Reporter Réthy: "Was bleibt mir anderes übrig, als cool zu bleiben?"

SPIEGEL ONLINE: Wie ging es weiter?

Réthy: Ich erhielt die Anweisung, "bitte Radio kommentieren". Das bedeutet, dass ich genauer auf die einzelnen Spielszenen eingehen muss. Was für mich nicht problematisch war, weil ich die ganze Zeit, im Gegensatz zu den Zuschauern, ein Bild zur Verfügung hatte. Als Kommentator erhalte ich diese aus dem Übertragungswagen am Stadion. Die Bilder der Zuschauer werden dagegen über das Internationale Sendezentrum der Uefa in Wien ausgestrahlt. Und das wurde durch das starke Gewitter lahmgelegt.

SPIEGEL ONLINE: Gibt es denn keine Ersatzbilder für Notfälle?

Réthy: Das frage ich mich auch. Es ist ein bisschen verwunderlich, dass die Uefa keine zur Verfügung hatte. Auf jeden Fall war ich froh, als die Kollegen nach einigen Minuten auf die Bilder des Schweizer Fernsehens zugreifen und wir den Zuschauern wieder mehr als nur meine Stimme bieten konnten.

SPIEGEL ONLINE: Es wirkte ein bisschen irritierend, als Sie anschließend das Tor von Miroslav Klose schon Sekunden vor dessen Vollendung beschrieben.

Réthy: Das lag daran, dass meine Bilder nach dem Stromausfall für einen kurzen Augenblick zeitversetzt zu denen der deutschen Zuschauer abliefen. So was kann in solchen Momenten passieren.

SPIEGEL ONLINE: Wer unterstützt Sie in solchen Situationen?

Réthy: Mein Redakteur Martin Schneider. Er begleitet mich schon seit 13 Jahren bei allen Spielen und hat mich auch gestern über die weiteren Entwicklungen im Sekundentakt informiert, so dass wir relativ schnell wieder alles im Griff hatten. Schon witzig, dass das Chaos ausgerechnet in meiner Geburtsstadt Wien ausbrach. Aber was bleibt mir anderes übrig, als cool zu bleiben?

SPIEGEL ONLINE: Klingt, als ob Sie den dramatischen Vorfall bereits verarbeitet hätten.

Réthy: Naja, als alles überstanden war, habe ich mich erst mal in die Hotel-Lobby gesetzt und tief durchgeatmet. Ich muss zugeben, dass mir die Szenen noch Stunden nach dem Match durch den Kopf schwirrten und ich nicht wirklich viel geschlafen habe in der letzten Nacht. Aber wissen Sie, was das Schöne in solchen Momenten ist?

SPIEGEL ONLINE: Was?

Réthy: Ich spüre, dass der Reiz an meinem Job für mich auch nach 16 Jahren noch nicht verflogen ist, weil ich vor den Übertragungen nie zu hundert Prozent weiß, was auf mich zukommt. Diesmal habe ich es sogar mit Foto in die Boulevard-Zeitungen geschafft. Obwohl, ehrlich gesagt, könnte ich darauf auch verzichten. Aber es sind doch immer diese verrückten Momente, die einen über Nacht berühmt machen.

Das Interview führte Cathrin Gilbert

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Naja
touri 26.06.2008
Zitat von sysopBildausfall, Schock! ZDF-Reporter Béla Réthy, 51, musste im EM-Halbfinale plötzlich wie fürs Radio kommentieren. Mit SPIEGEL ONLINE sprach er über den dramatischsten Moment seiner Fernsehlaufbahn. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,562268,00.html
Man hat deutlich gemerkt, dass er kein Radiomoderator ist, aber Rethy hat das beste aus seinen Möglichkeiten gemacht. War schon in ordnung.
2. Oh ja der große Held
kaliph 26.06.2008
Entschuldigung, was ist das für ein sinnfreies Interview. Sollen wir jetzt allen WDR2 Reportern in den Bundesliga Stadien Orden verleihen. Schlimm genug, dass wir für sowas GEZ zahlen und dann wichtige Minuten eines Spiels verpassen, es ist dabei unabhängig wer Schuld ist. Er hat einfach seine Pflicht getan und seinen Auftrag erfüllt: Ein Spiel kommentiert!
3. Chance versiebt
tura 26.06.2008
Diese Chance hat Rethy grandios versiebt. Radiokommentatoren sind einfach ein anderes Kaliber und Rethy vollkommen ungeeignet dafür. Eigentlich hätte man sich eher einen Tonausfall gewünscht, die paar Sätze oder Worte, die Rethy herausgebracht hat, waren einfach ärmlich. Und mein Gott: "dramatischster Moment der Fernsehlaufbahn", lasst doch mal die Kirsche im Dorf:-) Eine Radiolaufbahn wird das jedenfalls nicht!
4. I love Radio
Beteigueze, 26.06.2008
mir gefallen Radioreporter ohnehin besser als die Kollegen vom Fernsehen. Häufig ergibt es sich ja, dass Fußballspiele nicht nur TV sondern auch im Radio übertragen werden. Dann gibt es nur eins: Fernsehton weg und den Radio dazu - perfekt. Nebenbei gesagt war die "Radionummer" vom Réthy nix besonderes, da muss man mal so Leute Günther Koch oder den Karl-Heinz Kas vom BR, gerne aber auch Sabine Töpperwien gehört haben - das sind Reporter. Da machst die Augen zu und kannst dem Spiel zusehen. Wobei ich allerdings hier subjektiv bin, weil ich den Bela Réthy ganz allgemein als Reporter nicht mag.
5. Ich fass es nicht
Hobbit 26.06.2008
Hört der Herr Rethy sich eigentlich auch mal selber zu ? Diese "moderation" hätte jede x-beliebige Person besser machen können. Herr R vergisst doch innherlab von 5 Minuten den Spielverlauf und erzählt dann lieber welche Spieler verheiratet ist, was für Schuhe er trägt und anderes belangloses Zeugs ! (Nicht zu vergessen das die Rippen von Frings sich lt. Herrn R anscheinen auf Wadenhöhe befinden) Herr R ist der schlechteste Moderator den ich je gehört habe. Es ging vor dem 2:2 sogar soweit, das ich ich lieber ein Tor von den Türken sehen wollte - als mir das "gelaber" von Herrn R anzuhören - naja - die "Klassenkeile" meine Kumpel erfoglte dann ja auch sofrt *lach*
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