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Zeitsprung: Wir werden Deutschland

Wer die Deutschen sind, wird derzeit heftig diskutiert. Aber: Wer werden sie im Jahr 2020 sein? Wie werden sie leben? Auf Basis einer soziologischen Studie hat der KulturSPIEGEL sich eine schöne neue Welt einer Gesellschaft selbstbestimmter Bürger ausgemalt.

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Forum - Gesellschaftsprognose: Wie werden wir leben?
insgesamt 103 Beiträge
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1. Geballter Schwachsinn
octavian1, 28.06.2006
Wenn ich dieses Flickwerk aus Media-Analyse-Katalogen, tumbem Trendforscherblödsinn und Raumschiff Orion lese, wird mir kotzübel. Haben die Kulturspiegelredakteure wirklich keinen anderen Zeitvertreib als uns diesen überkommenen Trendschund abzuliefern? Was die Sinus-Grafik betrifft: das wirklich Eins zu Eins Mediadaten-Analyse, die "Konsumtypen" sind so wohlfeil in der Leserschaftsanalyse jeder Provinzpostille abrufbar, also: where´s the beef? Volker Remy
2. nee nee
berci, 28.06.2006
ich fühle mich nicht repräsentiert. wo sind hier die akademiker, die fürchten, zu kurz zu kommen? die teils konservativ sind, teils "experimentalisten". die genervt sind von: soziologen, die mit frei erfundenem schwachsinn anscheinend geld verdienen und mediale aufmerksamkeit bekommen, während es für sie selbst schwierig werden könnte trotz solider ausbildung
3. Wir
trakhath, 28.06.2006
Da ich zu der Generation gehöre, die dann wohl die Macht hat, sage ich mal wie ich mir das vorstelle. Ohne Anspruch auf das tatsächliche Eintreffen dieser Vorstellung. Wir werden die Zwangsprostitution generell abschaffen. Die Menschenhändler einsperren oder ausweisen, die Huren werden eingebürgert und erhalten jedmögliche Hilfe als Entschädigung das dieser Staat es überhaupt zuließ. Wir lassen keine Afrikaner mehr in der Wüste oder auf Teneriffa verrecken, nur weil sie das elementare Recht auf die Suche nach ein bischen mehr Glück nutzen wollten. Wir werden die Abhängigkeit vom Öl tatsächlich abschaffen, und Fusionsenergie für die Fortbewegung und anderes verwenden. Wir werden sämtliche Diskriminierungen, wie im Grundgesetz verankert, auch tatsächlich verbieten, und den Menschen auch zeigen warum das so wichtig ist. Wir werden die freie Meinungsäusserung wieder stärken. Wir werden Politikern verbieten aus Kalkül Angst zu verbreiten. Wir werden die Bildung wieder erschwinglich für jedermann machen, also umsonst. Und vor allem werden wir die Menschheit ethisch, moralisch und menschlich einen Schritt nach vorne bringen. Damit sie Ungerechtigkeit erkennt, und der Egoismus auf normal Maß runtergefahren wird.
4. Na endlich!
lakota, 28.06.2006
Endlich stellt mal jemand die alles entscheidende Frage: Nicht "wer sind wir" sondern "wo wollen wie eigentlich hin", respektive "wir wollen wir leben?". Interessant, wenn mir auch ohne hinreichende wirtschaftliche Grundlagen derzeit unrealistisch vorkommend, ist die Vorstellung von mehr Gemeinschaften und den Schwärmen. Wenn man das mal runterbricht landet man neuen Stämmen, die in einem Überbau miteinander und wohl auch nebeneinander existieren. Das ganze ist allerdings im Rahmen des Kommunitarismus schon länger ein Denkmodell.
5. erst kommt das fressen, dann die moral
weisswas 28.06.2006
die szenarien, die entwickelt worden sind, folgen alle der vorstellung von: friede, freude, eierkuchen. es werden im wesentlichen die ergebnisse der bisherigen wertewandelforschung fortschgeschrieben, ergänzt durch ein paar extrapolierte lebensstile inklusive unternehmen, die plötzlich ihr herz für das "citizenship" entdeckt haben. schön, daß man bei solchen "szenarien", die prognosen der nachfolgestudien des "club of rome" nicht berücksichtigt, die leider für das jahr 2020 zu relativ dramatischen aussagen hinsichtlich der ökologischen rahmenbedingungen kommen. zudem basieren die progrnosen auf einer problemlosen verfügbarkeit der meisten Güter, die auf den "faktormärkten" angeboten werden und da sieht es zunehmend schlechter aus mit dem angebot. woher kommt da also der glaube von sinus, die automobilindustrie hätte lediglich mit leichten anpassungsproblemen zu kämpfen. auch ist die prognose, deutschland sei auf dem weg in eine wissensgesellschaft äußerst spekulativ. richtig ist, die überlebensfähigkeit des standortes "deutschland" wird davon abhängen, ob wir durch hochtechnologie unseren internationalen wettbewerbsvorsprung erhalten können, richtig ist aber auch, daß zum jetzingen zeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden kann, ob die zwingend notwendige enge verbindung zwischen grundlagenforschung, angewandter forschung und serienorientierter fertigung ausreichend sicher gestellt werden kann. allein aufgrund intellektueller redlichkeit hätte man auch ein szenario formulieren müssen, in dem deutschland als verlierer der globalisierung da steht, mit verheerenden konsequenzen für den wohlstand. und wie sagte bereits b. brecht: "erst kommt das fressen und dann die moral". und unter dieser voraussetzung kommt man zu einer projektion sozialer verhältnissse, die eher an die zwanziger jahre des letzten jahrtausend erinnern als an das aktuelle Jahrhundert. man würde abschließdend "sinus" raten, sich ein wenig mit den grundlagen der szenariokonstruktion zu beschäftigen. nicht umsonst wird dort in der regel von einem "best" und einem "worst" case szenario gesprochen. oder war das "sozialdemokratische" szenario das "worst-case"???
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© KulturSPIEGEL 7/2006
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