Tarifeinigung Zeitungsjournalisten bekommen mehr Geld

Die gute Nachricht: Zeitungsjournalisten erhalten knapp zwei Prozent mehr Gehalt und einmalig 500 Euro. Die Schlechte: Nicht alle sind damit zufrieden - und es sind nicht die Zeitungsverleger.

Newsroom der "Bild"-Zeitung in Berlin
DPA

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Es war ein zähes Ringen im Tarifstreit zwischen dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), doch nun steht fest: Für viele der 13.000 Redakteure und festen freien Journalisten an deutschen Tageszeitungen gibt es mehr Geld. Darauf einigten sich die beiden Verbände. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hingegen konnte sich nicht mit den Zeitungsverlegern verständigen.

Die Einigung zwischen DJV und BDZV sieht eine Erhöhung der Redakteursgehälter rückwirkend zum Mai 2018 um 1,9 Prozent sowie zum Mai 2019 um weitere 2,4 Prozent vor. Weiter gibt es nun eine Einmalzahlung in Höhe von 500 Euro sowie zum 1. März 2020 weitere 600 Euro.

Berufseinsteiger verdienen 135 Euro mehr und erhalten ebenfalls eine Einmalzahlung von 500 Euro. Die Volontärsvergütungen steigen um 100 Euro - für den Journalistennachwuchs gibt es zudem einen einmaligen Bonus von 70 Euro. Der neue Tarifvertrag soll laut DJV-Mitteilung bis zum 31. Juli 2020 laufen. Ferner soll der Manteltarifvertrag bis Ende 2020 in seiner bestehenden Form verlängert werden.

Keine Zustimmung von Verdi

Der Verdi-Verhandlungsführer Matthias von Fintel lehnte den Vorschlag der Zeitungsverleger indes ab. Deren Zugeständnisse seien zu wenig. "Wenn es den Verlegern ernst mit einer langfristigen Planungssicherheit wäre, dann hätten sie unser Angebot angenommen (...)", sagte er.

Die Gewerkschaft will ihre Mitglieder über den Vorschlag der Verleger abstimmen lassen - ausdrücklich ohne Zustimmungsempfehlung, wie eine Verdi-Sprecherin am Montagmorgen sagte. Sollten Verdi und BDZV nicht auf einen Nenner kommen, könnten Streiks die nächste Konsequenz sein. Konkrete Ankündigungen oder Termine dafür gibt es aber noch nicht.

Seit Sonntag hatten beide Verbände sowie die Gewerkschaft Verdi in Hamburg über bessere Tarife verhandelt. Von der Einigung profitieren zunächst nur die DJV-Mitglieder. BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf nannte den Kompromiss "eine gute und tragfähige Lösung". Im Deutschen Journalisten-Verband sind nach eigenen Angaben etwa zwei Drittel der Redakteure und festen Freien organisiert.

brs/dpa



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