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Künstleraktion: Polizei verbietet Leichenzug zum Kanzleramt

Philipp Ruch vom Zentrum für Politische Schönheit: Aktionen in Berlin Zur Großansicht
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Philipp Ruch vom Zentrum für Politische Schönheit: Aktionen in Berlin

Mit Flüchtlings-Beerdigungen in Berlin hat das Zentrum für Politische Schönheit großes Aufsehen erregt. Höhepunkt sollte am Sonntag eine Aktion direkt vor dem Kanzleramt werden. Doch die hat die Polizei nun verboten.

"Die Toten kommen". Unter diesem Motto hat das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) am Dienstag eine 34-jährige Frau aus Syrien in Berlin bestattet, es war der Auftakt zu einer Reihe von Aktionen gegen die Abschottungspolitik der EU in der Flüchtlingsfrage. Der Höhepunkt sollte an diesem Sonntag folgen: Eine Demonstration im Regierungsviertel. Vor dem Kanzleramt wollte das ZPS "die Grundsteine des Vorplatzes für ein Friedhofsfeld der Superlative aufstemmen"; im Herzen der Macht sollten weitere Leichen bestattet werden.

Ein Mahnmal direkt vor der Regierungszentrale? Diesen Plan hat die Berliner Polizei nun durchkreuzt. In einem Auflagenbescheid, der SPIEGEL ONLINE vorliegt, untersagte sie der Künstlergruppe, bis auf den Platz vor dem Kanzleramt zu ziehen. Der Aufzug müsse stattdessen kurz vorher beendet werden.

Zudem, so heißt es in dem Bescheid, darf nicht wie vorgesehen ein Bagger eingesetzt werden; und es dürfen keine Leichen durch die Straße gefahren werden. Alle Fahrzeuge, Särge oder ähnliche Behälter müssen die Veranstalter vor Versammlungsbeginn überprüfen lassen.

Ob die Künstlergruppe tatsächlich mit Leichen vor dem Kanzleramt angerückt wäre, wird so vermutlich nie geklärt. Philipp Ruch vom Zentrum für Politische Schönheit zeigte sich nach dem Erhalt des Auflagebescheids verärgert. "Wir verurteilen diesen massiven Eingriff des Bundeskanzleramts in die Kunstfreiheit in diesem Land", sagte Ruch SPIEGEL ONLINE. "Wir würden sehr gerne ein bleibendes Mal in der Hauptstadt hinterlassen. Aber das ist uns nun unmöglich", sagte Ruch.

Der Marsch am Sonntagnachmittag solle auf jeden Fall stattfinden, 500 Personen waren ursprünglich angemeldet. Auf Facebook haben bereits mehrere Tausend ihr Kommen angekündigt.

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nie/hut

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