Hamburg - Der Journalist und Buchautor Günter Wallraff sieht sich mit neuen Vorwürfen konfrontiert: Nachdem sich ein ehemaliger Mitarbeiter Wallraffs wegen Sozialbetrugs selbst angezeigt hatte, meldete sich nun angeblich ein zweiter Zeuge.
Laut dem "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete der Mann, er sei von Wallraff mehrmals unter der Hand bezahlt worden. Zudem habe er mit dem Journalisten diskutiert, wie dieser die illegal gezahlten Gelder von den Steuern absetzen könne. Als er im Jahr 2010 für zwölf Tage im Büro des Schriftstellers tätig gewesen sei, habe dieser von ihm verlangt, für das Honorar von 300 Euro eine gefälschte Rechnung auszustellen.
Zuvor hatte bereits ein anderer ehemaliger Mitarbeiter Wallraff vorgeworfen, ihn über Jahre hinweg illegal beschäftigt zu haben, ohne die Tätigkeit dem Finanzamt oder der Arbeitsagentur anzuzeigen. Wallraff droht zudem Ärger mit der Justiz, weil er eidesstattliche Versicherungen manipuliert haben soll.
Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit Ermittlungen wegen angeblicher Beihilfe zum Sozialbetrug und wegen angeblicher Vorenthaltung von Arbeitnehmerentgelt gegen Wallraff. Dieser hat bislang alle Vorwürfe dementiert.
Auch gegen die neuen Aussagen wehrt sich der Enthüllungsautor laut "Kölner Stadt-Anzeiger": Er habe dem Mann das Geld geschenkt. Eine gefälschte Quittung habe er nie gefordert und diese sei auch nicht beim Finanzamt eingereicht worden, so Wallraff zu der Zeitung.
usp
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