Rekord-Auktion 590.000 Euro für älteste Kamera der Welt

Ein Deutscher fand sie auf seinem Dachboden, jetzt wurde sie in Wien versteigert: Die Kamera "Daguerreotype" des Pariser Herstellers Susse Frères stammt aus dem Jahr 1839.


Wien - Die älteste Kamera der Welt ist am Samstag in Wien für 588.613 Euro versteigert worden. Für den Fotoapparat "Daguerreotype" des Pariser Herstellers Susse Freres aus dem Jahr 1839 habe ein anonymer Bieter den Zuschlag erhalten, teilte das Auktionshaus, die Wiener Galerie Westlicht, mit.

Der Galeriechef und die Kamera: Peter Coeln präsentiert den Rekord-Fotoapparat
AP

Der Galeriechef und die Kamera: Peter Coeln präsentiert den Rekord-Fotoapparat

Die Schiebekastenkamera war vor kurzem auf dem Dachboden eines Deutschen entdeckt worden. Dort hatte das wertvolle Stück seit 1940 unbeachtet gelegen. Noch nie wurde nach Angaben des Auktionsfirma, der Galerie WestLicht, ein so hoher Preis für einen Fotoapparat gezahlt. Experten zufolge handelt es sich bei dem Apparat um die älteste für den Verkauf bestimmte Kamera. Sie sei erstmals im September 1839 in einer Pariser Zeitung angeboten worden.

Als Daguerreotypie wird ein fotografisches Verfahren bezeichnet, das vom französischen Maler Louis Daguerre entwickelt wurde. Dabei wird das Bild bei der Aufnahme nicht mit einem Spiegel umgelenkt. Die Abbildung ist seitenverkehrt und eigentlich ein Negativ. Je nach Betrachtungswinkel sieht man sie aber auch als Positiv. Für die Herstellung einer Daguerreotypie wurden versilberte, polierte Kupferplatten verwendet, die mit Iod- oder Bromdämpfen lichtempfindlich gemacht wurden.

An der Auktion hatten Bieter aus Korea, Japan, den USA und Frankreich teilgenommen. Vor dem Fund galt ein ebenfalls 1839 - aber einige Wochen später - von Daguerre's Schwager Alphonse Giroux gefertigter Apparat als älteste und wertvollste Kamera der Welt. Weltweit stehen ungefähr zehn Exemplare dieser ersten kommerziell hergestellten Kamera in Museen.

cai/reuters/dpa



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