New York - Der Science-Fiction-Flop "Battlefield Earth" mit John Travolta erhielt insgesamt sieben "Goldene Himbeeren", unter anderem die Auszeihnung für den schlechtesten Film des Jahres. Wie in den Jahren zuvor wurden Hollywoods Blamage-Preise auch in diesem Jahr wieder in einem Hotel in Los Angeles vergeben, ohne dass ein einziger Preisträger erschien. Bei den Damen erwischte es Popstar Madonna. Sie hatte es bereits im vergangenen Jahr zur "schlechtesten Schauspielerin des 20. Jahrhunderts" gebracht. Jetzt wählten die Verleiher der Himbeeren sie wegen ihrer schwachen Leistung in "The Next Best Thing" aus.
Über die Vergabe der "Goldenen Himbeeren" entscheiden 535 Filmfreunde und -experten in den USA und einem Dutzend anderer Länder. Die goldbesprühte Plastik-Trophäe - eine golfballgroße Himbeere auf einer verbogenen Filmspule - ist nach Auskunft der Veranstalter exakt 2,49 Dollar (etwas mehr als 5 Mark) wert. Abgeholt hat sich noch niemand den Preis.
Vor "Battlefield Earth" hatte es seit 1980 nur ein anderer Film geschafft, in so vielen Kategorien geschmäht zu werden. "Showgirls" bekam bei der Vergabe im vergangenen Jahr ebenfalls sieben Himbeeren und zudem das zweifelhafte Prädikat "schlimmster Film des vergangenen Jahrzehnts".
"Battlefield Earth" basiert auf einem futuristischen Roman von Ron Hubbard, dem Gründer der Scientologen-Sekte. Travolta, der selbst bekennender Scientologe ist, wurde die Himbeere als schlechtester Hauptdarsteller für die "Battlefield"-Rolle eines Außerirdischen zuerkannt.
Prominente Konkurrenz
Travoltas "Gewinn" ersparte seinen Kollegen Arnold Schwarzenegger ("The 6th Day"), Leonardo DiCaprio ("The Beach"), Adam Sandler ("Little Nicky") sowie Sylvester Stallone die zweifelhafte Ehre. Sie waren ebenfalls nominiert worden, Stallone für seine Rolle in dem Krimi "Get Carter" sogar schon zum 25. Mal.
Madonna spielt in dem Melodram "The Next Best Thing" eine allein erziehende Mutter, die um das Sorgerecht für ihr Kind kämpft. Neben ihr war die Oscar-Preisträgerin Kim Basinger ("I Dreamed of Africa", Melanie Griffith ("Cecil B. Demented"), Bette Midler ("Isn't She Grating") und Demi Moore ("Passion of Mind") Anwärterinnen auf eine Himbeere.
"Battlefield"-Regisseur Roger Christian wurde mit einer "Goldenen Himbeere" die schlechteste Regie attestiert. Die anderen gingen an die "Battlefield"-Drehbuchautoren Corey Mandell und J.D. Shapiro sowie an Barry Pepper in der männlichen Nebenrolle. Travoltas Frau Kelly Preston, die in "Battlefield" eine außerirdische Sekretärin mit zwei Meter langer Zunge spielt, wurde für die schlechteste Darstellung in einer Nebenrolle "ausgezeichnet". Der Spottpreis für das schlimmste Leinwand-Paar des Jahres ging an "Travolta und diejenige, die mit ihm vor der Kamera steht - wer immer sie sein mag". In der Kategorie "schlechtestes Remake/Sequel" wurde "Blair Witch 2" ausgewählt.
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