Es ist das erfolgreichste PC-Action-Adventure-Spiel aller Zeiten. "Tomb Raider" revolutionierte den Spielemarkt nicht zuletzt dank seiner weiblichen Hauptfigur, deren attraktive Hinteransicht dem Spieler beim Jump, Run & Shoot stets vor Augen ist. Nicht, dass Lara Croft von vorne weniger ansehnlich wäre, ganz im Gegenteil.
Über die Verfilmung des Action-Spiels wurde bereits gemunkelt, pessimistische Auguren beschworen den Ausverkauf der Ikone zu Gunsten eines trashigen Action-Adventures irgendwo zwischen "Indiana Jones" und "Die Mumie". Genau das wird "Tomb Raider" sein, der am Wochenende in den USA, zwei Wochen später auch bei uns startet.
Doch am vergangenen Montag bei der Weltpremiere des Films in Hollywood galt es zunächst, den nötigen Glamour zu versprühen. Angelina Jolie präsentierte sich dem Premierenpublikum gut gelaunt und hatte ihre Film-Kollegen Iain Glen und Daniel Craig sowie die Sängerin Nelly Furtado ("I'm Like A Bird") im Schlepptau. Auch Regisseur Simon West ("Con Air") war zugegen, nicht aber Jolies Ehemann Billy Bob Thornton, dem der Rummel um seine Frau (Gerüchte um ein inzestuöses Verhältnis zu ihrem Bruder kursierten in den letzten Tagen) wohl zu viel wurde. Die beiden gelten ohnehin schon als Hollywoods schrillstes Pärchen.
Die 26-jährige Jolie hat also die besten Voraussetzungen zum Superstar der nächsten Jahre aufzusteigen. Die Tochter von Hollywood-Veteran Jon Voight ("Coming Home") gewann einen Oscar für ihre Rolle in dem Irrenhaus-Drama "Girl, Interrupted" (1999) und wurde für ihre Auftritte in "The Bone Collector" und "Gone In 60 Seconds" gelobt. Mit "Tomb Raider" tritt sie in eine neue Karriere-Phase ein, die weniger auf künstlerische Subtilität als auf physische Präsenz ausgerichtet ist.
Doch die Hollywood-Außenseiterin nimmt ihre Rolle als Sex-Symbol gelassen. In einem Interview machte sich die Aktrice über die überdimensionierte Oberweite ihres virtuellen Vorbilds lustig, pries die Vorzüge von Push-Up-BHs und gab stolz zu Protokoll, dass sie beim Dreh darauf bestanden habe, die oft haarsträubenden Stunts selbst zu absolvieren. "Angelina Jolie" ist ein Symbol für Feminismus, Unabhängigkeit, Attraktivität und Power, und sie bringt diese Symbolik in ihre Rolle hinein", sagte Nelly Furtado voller Bewunderung bei der Premiere. Also aufgepasst, ihr Barbarellas, Ripleys und Barb Wires - hier kommt die Ablösung an der Front der Action-Frauen...
Andreas Borcholte
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