Berlin - Ungewohnte tierische Geräusche ließen die Touristen am Potsdamer Platz in Berlin zusammenzucken. Lautes Kreischen und dumpfes Gebrüll ertönte am Mittwochabend vor dem Eingang des Multiplex-Kinos. Der US-Kassenhit "Planet der Affen" des amerikanischen Kult-Regisseurs Tim Burton ("Ed Wood", "Sleepy Hollow") feierte seine Deutschland-Premiere.
Burton selbst war zur Premierenvorstellung erschienen und wunderte sich über einen Plüschbären, der ihm als Berlin-Wahrzeichen überreicht wurde: "Das ist aber kein Affe!" Der eigentliche Star des Science-Fiction-Abenteuers, Mark Wahlberg ("Boogie Nights", "Der Sturm"), musste allerdings zur Enttäuschung insbesondere einiger weiblicher Fans kurz zuvor abreisen. Weitere bekannte Besucher waren der Theater- und Filmregisseur Leander Haußmann, die Schauspieler Oliver Korittke und Nina Petri, Schwimmstar Franziska van Almsick und natürlich das Party-Girl Ariane Sommer.
In der Neuverfilmung des Utopie-Klassikers von 1968 - damals mit Charlton Heston in der Hauptrolle - muss der Astronaut Leo Davidson auf einem fernen Planeten notlanden. Dort beherrschen sprechende Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans die Welt und halten sich Menschen als Sklaven. Davidson lehnt sich mit Hilfe der Schimpansin Ari (Helena Bonham Carter) gegen die Affen-Diktatur auf.
In den USA legte "Planet der Affen" nach Angaben der Produzenten den zweiterfolgreichsten Start aller Zeiten hin. In den vergangenen vier Wochen spielte der Film bislang über 170 Millionen US-Dollar (363 Millionen Mark/185 Millionen Euro) ein. Kinostart in Deutschland ist am 30. August.
Die Reaktionen der deutschen Premierengäste schwankten zwischen Begeisterung und Abscheu. "Total begeistert" zeigte sich Oliver Korittke. "Immerhin habe ich drei Affen-Sätze synchronisiert." Leander Haußmann, der mit "Sonnenallee" selbst einen Kinoerfolg gefeiert hat, war hingegen empört. "Für das Drehbuch hätte es in Deutschland noch nicht einmal Filmförderung gegeben."
Ob Affen-Fans oder nicht - bei der anschließenden Premierenparty im Szene-Club "90 Grad" feierten die Besucher einträchtig in der tropischen Dschungelatmosphäre zwischen Baldachinen, Palmwedeln und Kokosnüssen. Unglücklich blickten nur zwei junge Gogo-Girls in olivfarbenen Bikinis. Sie saßen in einem Käfig hinter hölzernen Gitterstäben und mussten immer wieder mit ihren Ketten rasseln.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Kino | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH