Mittwoch, 10. Februar 2010

Kultur



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18.10.2001
 

The Fast And The Furious

Stur geradeaus

Von Oliver Hüttmann

Die Analogie von Benzin und Adrenalin: Mit "The Fast And The Furious" hat Rob Cohen hat einen konsequenten Trash-Film über Männer und ihre Blechkisten, Rituale, Urinstinkte und Sex auf der Motorhaube gedreht.

"The Fast And The Furious": Geruch von Benzin und verschmortem Gummi
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UIP

"The Fast And The Furious": Geruch von Benzin und verschmortem Gummi

Wer diesen Film sieht, hat die Kritiken schon vor Augen. Da wird dann über den dünnen Plot und die kunstlose Dramaturgie gewettert werden, dämliche Dialoge werden ausgemacht, und Frauen beschweren sich über die chauvinistische Attitüde. Und man weiß: Es gibt Tage in Leben eines Mannes, da muss er sich einen solchen Film ansehen.

"The Fast And The Furious" ist ein aufpoliertes Vehikel vom Schrottplatz der Filmgeschichte, zusammengeschraubt aus den Topoi zahlloser Seifenkistenrennen echter Kerle und gemacht für Jugendliche oder Leute, die früher als Halbstarke mal ihre Mopeds frisiert haben. In den Filmen der späten sechziger und frühen siebziger Jahren galt der Geruch von Benzin und verbranntem Reifengummi auf dem Asphalt noch als Symbol für Freiheit und Rebellion gegen die Spießer. Dann kam die Ölkrise, das Ozonloch, die Tempo-30-Zone. Heute treffen sich gelangweilte Bleifüße zu illegalen Straßenrennen, ein spektakulärer Nervenkitzel und Angeberspaß, der von Amerika sogar nach Ostdeutschland exportiert wurde. Wer bremst, verliert.

Filmszene mit Vin Diesel und Paul Walker: Männerfreundschaft und ihre Rituale
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UIP

Filmszene mit Vin Diesel und Paul Walker: Männerfreundschaft und ihre Rituale

In einer solchen Szene hat der Regisseur Rob Cohen ("Dragonheart") nun seine Story angesiedelt. Der bullige Glatzkopf Dominic (Vin Diesel) dominiert in Los Angeles die Wettfahrten mit kostspielig aufgemotzten Exportwagen. Eines Nachts fordert ihn ein Fremder heraus: Brian (Paul Walker) verliert das Duell und seinen Wagen, rettet Dominic aber vor der anrückenden Polizei und gewinnt deshalb dessen Respekt. Die verschworene Gang reagiert allerdings eifersüchtig und misstrauisch auf den neuen Freund ihres Bosses, und das zu Recht: Brian ist ein Undercover-Cop und vermutet in Dominic den Anführer einer Bande, die Trucks während der Fahrt kapert und ausraubt. Klar, dass es irgendwann zum Zusammenstoß kommen muss.

Die wenigen Kurven ahnt man voraus

Es geht also um Männerfreundschaft und ihre Rituale, um die Analogie von Adrenalin und Benzin, Bizeps und PS, Urinstinkte und die Liebe zu glänzenden Edelfelgen, was Cohen ohne bremsende Nuancen aneinander reiht. Die wenigen Kurven ahnt man voraus, und so rast "The Fast And The Furious" auf einem schmalen Grat aus Narzissmus und etwas Ironie durch famos fotografierte und geschnittene Action-Sequenzen stur geradeaus. Die Motoren heulen herausfordernd auf, aus den Auspuffrohren lecken Stichflammen, die Karosserien vibrieren erregt und bäumen sich beim Start auf wie ein Hengst. Und wenn sich ölverschmierte Körper zum Sex auf die Motorhaube legen, entspricht das Bild exakt den unverwüstlichen Macho-Phantasien von Autozeitschriften oder Pornoheften.

Hauptdarsteller Diesel: Degradiert zum Crash-Test-Dummy
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UIP

Hauptdarsteller Diesel: Degradiert zum Crash-Test-Dummy

Cohen erhebt das Auto, von Verkehrsplanern, Umweltschützern und Sicherheitstechnikern längst zum Kinderwagen degradiert, noch einmal zum postmodernen Fetisch. Es wirkt wie eine Kampfansage, wenn sich die Fahrzeuge im roten Ampellicht spiegeln. Und selbst dem alten Thrill, wenn zwei Autos vor einem Bahnübergang auf einen nahenden Zug zupreschen, gewinnt er noch mal eine atemberaubende Einstellung ab. Den Darstellern bleibt da natürlich nur die undankbare Rolle der Crash-Test-Dummys.

"The Fast And The Furious". USA 2001. Regie: Rob Cohen; Drehbuch: David Ayer, Erik Bergquist, Gary Scott Thompson; Darsteller: Vin Diesel, Paul Walker, Michelle Rodriguez, Jordana Brewster; Länge: 90 Min.; Verleih: UIP; Start: 18. Oktober 2001

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