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24.01.2002
 

Academy Awards

Ehren-Oscar für Sidney Poitier

Hollywood würdigt einen Pionier des "Black Cinema": Der Ehren-Oscar geht in diesem Jahr an Sidney Poitier.

Darsteller Poitier (Archivbild von 1991): Kennen Sie Mr. Tibbs?
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Darsteller Poitier (Archivbild von 1991): Kennen Sie Mr. Tibbs?

Beverly Hills - Die Entscheidung gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Mittwochabend bekannt. Die Academy verleiht die höchsten Preise der amerikanischen Filmindustrie am 24. März zum 74. Mal. Poitier, ebenfalls 74 Jahre alt, werde "für seine herausragenden Darstellungen, seine einzigartige Erscheinung auf der Leinwand, für die Würde, Intelligenz und den Stil" geehrt, mit der er die Filmindustrie weltweit repräsentiere, sagte Akademiepräsident Frank Pierson.

Der von Cat Island auf den Bahamas stammende Poitier hatte 1963 als Hauptdarsteller in dem Drama "Lilien auf dem Felde" seinen ersten Oscar gewonnen. Für die Rolle eines jungen Baptisten, der fünf deutschen Ordensschwestern auf einer einsamen Farm im Süden der USA eine Kirche errichtet, wurde er damals außerdem bei den Berliner Festspielen mit einem Silbernen Bären belohnt. Eine Oscar-Nominierung hatte ihm zuvor auch schon seine Hauptrolle als Sträflings Noah Cullen in dem Filmdrama "Flucht in Ketten" (1958) eingebracht. Poitier gilt als erster farbiger Darsteller, der in Hollywood zum Filmstar wurde. Sein Erfolg trug nicht unbedeutend dazu bei, den Weg für ein gesteigertes Selbstbewusstsein der schwarzen Filmschaffenden zu ebnen, aus dem das "Black Cinema" der siebziger Jahre entstand.

Gerade in den späten sechziger Jahren spielte die Hautfarbe der Darsteller auf der Leinwand eine entscheidende Rolle. 1967 erntete Poitier Beifall als potenzieller Schwiegersohn von Spencer Tracy und Katherine Hepburn in Stanley Kramers Gesellschaftskomödie "Rate mal, wer zum Essen kommt". Einen festen Platz in der Historie Hollywoods eroberte sich Poitier aber spätestens - ebenfalls 1967 - mit seiner Verkörperung des Polizisten Virgil Tibbs, der es "In der Hitze der Nacht" mit einem engstirnigen Südstaaten-Sheriff aufnehmen muss. Den energischen Lieutenant, der sich gegen jegliche Diskriminierung mit Wort und Tat zur Wehr setzt, spielte Poitier noch zwei weitere Male, 1970 in "They Call Me Mr. Tibbs" und 1971 in "Die Organisation".

Im Verlauf seiner gut 50-jährigen Schauspielkarriere, die er Ende der vierziger Jahre auf einer Bühne am New Yorker Broadway begonnen hatte, prägte er mehr als 40 Filmen seinen Stempel auf. 1996 spielte Poitier Südafrikas Freiheitskämpfer in dem amerikanischen Fernsehfilm "Mandela and de Klerk". Im Jahr danach stand er als FBI-Agent in Michael Caton-Jones Remake des Spionage-Thrillers "Der Schakal" wieder vor der Kamera. Das Amerikanische Filminstitut (AFI) verlieh ihm bereits 1992 den Life Achievement Award für sein lebenslanges Schaffen in der Filmindustrie.

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