Moskau - Russland sollte der erste Test sein, ob der "Schuh des Manitu" auch im nicht-deutschsprachigen Ausland ankommt. Die russische Seele konnte die Western-Parodie mit Michael "Bully" Herbig allerdings nicht erwärmen, kein einziger Lacher war während der Premiere zu hören. Russisch mit bayrischem Dialekt ist offenbar weder glaubwürdig noch komisch.
Das zumindest meint die Moskauer Tageszeitung "Nowyje Iswestija", die für die Westernparodie kein gutes Wort findet. "Ein stümperhafter Film ohne jeglichen Witz", urteilte die Kritikerin Jewgenija Tirdatowa in ihrem Artikel. Der Film erzähle eine "dumme, absolut sinnlose Geschichte". Diesem vernichtenden Urteil würden wahrscheinlich auch zahlreiche deutsche Zuschauer zustimmen. Aber Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Die Moskauer Bully-Premiere war der Auftakt zu einer Reihe internationaler Leinwanddebüts, bald werden Premieren in Spanien, Ungarn, Portugal, China, Korea, Tschechien, Amerika, Großbritannien und Polen folgen. Ob der schwule Indianer Winnetouch in Gestalt von Bully mit seinem kotzenden Pferd witziger wird, wenn er chinesisch oder polnisch spricht, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich ist es letztlich nur in deutscher Sprache zum Brüllen komisch, wenn es wieder heißt: "Jaqueline, wir reiten wieder."
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