Los Angeles - Die Awards-Saison in Hollywood geht zu Ende. Wenn am 23. März die Oscars verliehen werden, stehen die besten Filme, Darsteller, Drehbücher und Regisseure des vergangenen Jahres fest. Zwei wichtige Preisverleihungen künden von der bevorstehenden Entscheidung: Die SAG- und die WGA Awards, mit denen die Schauspieler und die Drehbuchautoren ihre Favoriten benennen.
Wenig Überraschendes gab es bei der Screen Actors Guild: Mit drei Preisen ist der 13-fach Oscar-nominierten Muscial-Film "Chicago" der große Gewinner bei der Verleihung der Auszeichnungen des amerikanischen Schauspielerverbandes geworden. Die Awards wurden am Sonntagabend im Skirball Cultural Center von Los Angeles übergeben. Die Geschichte um zwei nach Publicity gierende Mörderinnen im Chicago des Jahres 1929 bekam den Hauptpreis des Verbandes für das beste Ensemble. Renée Zellweger wurde als beste Hauptdarstellerin geehrt, Catherine Zeta-Jones gewann eine Trophäe für die beste Nebendarstellerin. Beide Schauspielerinnen sind auch für einen Oscar nominiert.
Die Hoffnungen von Nicole Kidman und Julianne Moore wurden hingegen enttäuscht. Keine der beiden Schauspielerinnen gewann einen Preis für die Bestseller-Verfilmung "The Hours". Mit der SAG-Trophäe für den besten Hauptdarsteller, wurde der Brite Daniel Day-Lewis für seine Rolle in "Gangs Of New York" geehrt. Christopher Walken gewann für seine Rolle in "Catch Me If You Can" die Auszeichnung für den besten Nebendarsteller. Hollywood-Veteran Clint Eastwood wurde mit einem Award für sein Lebenswerk geehrt. "Ich hoffe, das bedeutet nicht, dass ich meinen Job an den Nagel hängen soll", scherzte der 72-Jährige, der vor kurzem noch mit seinem jüngsten Thriller "Blood Work" im Kino zu sehen war.
Rund 4200 Mitglieder des Schauspielerverbands bestimmten in diesem Jahr die Nominierten, 98.000 Mitglieder stimmten ab. Die Indikation für die Oscar-Verleihung ist traditionell hoch. Im vergangenen Jahr gewann Halle Berry bei den SAG Awards als beste Schauspielerin und wurde zwei Wochen später auch mit dem Oscar ausgezeichnet.
Ebenso hohe Signalwirkung haben die jährlichen Auszeichnungen der Writer's Guild of America (WGA). Die Vereinigung der Hollywood-Drehbuchautoren kürte in diesem Jahr zum ersten Mal in der 55-jährigen Geschichte der WGA Awards eine Dokumentation zum Sieger in der Kategorie "bestes Original-Drehbuch": Michael Moores in Cannes prämierte Anti-Waffenlobby-Satire "Bowling For Columbine".
Als bestes adaptiertes Drehbuch wurde David Hares Skript für "The Hours" ausgezeichnet, was als Hinweis für die Oscar-Zeremonie gelten dürfte. Konkurrenten waren "Chicago", "About Schmidt", "Adaptation" und "About A Boy".
Außenseiter "Bowling For Columbine", mit 18 Millionen Dollar Umsatz die erfolgreichste Dokumentation, die je in den USA gezeigt wurde, ist in der äquivalenten Oscar-Kategorie nicht nominiert, dafür jedoch in der Sparte "beste Dokumentation". Bei den WGA Awards konnte sich Moore gegen "My Big Fat Greek Wedding", "Antwone Fisher", "Far From Heaven" und "Gangs Of New York" durchsetzen. Die Drehbuchschreibergilde machte einen Punkt aus der Preisverleihung an den Satiriker Moore, dessen Buch "Stupid White Men" auch in Deutschland die Bestsellerlisten dominiert. Die Auszeichnung sei ein "Tribut an seine Vision und die Aussagekraft seines Themas", sagte WGA-Präsidentin Victoria Riskin und lobte Moores "cleveres, persönliches und humorvolles Storytelling". Der Filmemacher und Autor selbst sagte, er sei "geschockt" über die Preisverleihung und fühle sich "geehrt".
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