Paris - "Die Geschichte ist französisch, die Schauspieler sind Franzosen und die Produktion ist amerikanisch. Das ist doch wie ein Traum", sagte Jeunet. Er verfilmt den Roman "Un long dimanche de fiançailles" des im vorigen Monat verstorbenen Sébastien Japrisot ("Mord im Fahrpreis inbegriffen"). Audrey Tautou spielt darin die Verlobte eines französischen Soldaten, der im Ersten Weltkrieg angeblich an der Somme fällt. Mathilde jedoch glaubt nicht an seinen Tod und versucht, die Wahrheit herauszufinden.
Dass das Duo Jeunet/Tautou nach "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001) als Erfolgsgarant gilt, zeigt schon die Finanzierung des Projekts: Der amerikanische Filmriese Warner, der "Un long dimanche de fiançailles" produzieren wird, will immerhin rund 40 Millionen Euro investieren - das größte Budget, das Warner je für einen französischen Film ausgegeben hat.
Während Audrey Tautou nach ihrem Durchbruch mit "Amélie" bereits ein halbes Dutzend Filme gedreht hat, darunter "Dirty Pretty Things" von Stephen Frears, ist es für Jeunet die erste Regiearbeit nach seinem Kassenhit von 2001. "Un long dimanche de fiançailles" ist für ihn eine Herzensangelegenheit. "Das war das einzige Buch, das ich verfilmen wollte. Ich habe es nach meinem Film "Delikatessen" gelesen und war begeistert. Ich las es mindestens vier Mal. In diesem Buch gibt es so viele Details, die ich liebe", erklärte Jeunet. Der 1991 in Frankreich veröffentlichte Roman wurde zu einem Bestseller und in mehreren Sprachen übersetzt. In Deutschland kam es unter dem Titel "Die Mimosen von Hossegor" in den Buchhandel.
Jeunet wird für den Film mit fast derselben Mannschaft arbeiten, mit der er auch "Amélie" drehte. "Wir sind ein eingespieltes Team. Das vereinfacht die Arbeit enorm. Und dass ich diesen Film mit Audrey drehen wollte, wurde mir bei den letzten Dreharbeiten klar", sagt Jeunet. Doch in ihrer neuen Rolle spielt Tautou keine zweite Amélie: "Audrey ist nicht mehr ein schüchternes Mädchen, sondern eine ernsthafte, willensstarke Frau, die nicht an den Tod ihres Freundes Manech glaubt und alles in Bewegung setzt, um ihn wieder zu finden", erklärte Jeunet.
Wer den stillen und geheimnisvollen Manech spielen soll, verriet der Regisseur nicht. "Es wird auf jeden Fall ein Franzose sein", meinte er. Der Film wird in Paris, der Bretagne und auf Korsika gedreht. "Ich will keinen Kriegsfilm machen. Der Erste Weltkrieg mit seinen Schützengräben ist nur der Hintergrund. Im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte der beiden jungen Menschen und der Glaube und die Hoffnung Mathildes, ihren Verlobten wieder zu finden." Der Film soll in Frankreich im Oktober 2004 und in Deutschland Anfang 2005 anlaufen.
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