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Filmkritik Con Air

Ein Verbrechen gleicht einer mathematischen Aufgabe. Wer alle beteiligten Faktoren berechnet, kommt zum Erfolg. Der Thriller Con Air berichtet von dem Ausbruch einer Gruppe Schwerstkrimineller aus einer fliegenden Festung - eine kriminelle Rechenaufgabe, die genau geplant wurde. Regie: Simon West. Mit Nicolas Cage, John Malkovich, John Cusack, Steve Buscemi.

Und wie so oft geht der schöne Plan schief, weil in diesen Rechnungen nicht alle Größen kalkulierbar sind. Con Air beweißt, daß die gleichen mathematischen Gestze auch für einen Thriller gelten: Die Macher hatten die wichtigen Faktoren eigentlich genau berechnet.

Die Besetzung ist vielversprechend und für einen Action-Thriller originell, sogar in den Nebenrollen tauchen mit Colm Meaney und Steve Buscemi gern gesehene Gesichter auf. Ein fliegender Gefangenentransporter bietet ebenfalls Raum für einen spannenden Ausbruch. Bilder und Sounds des Films sind oft so gewaltig, daß sie den Zuschauer mit Turbinenschubkraft umwerfen und in die Sitze pressen. Aber leider geht die Rechnung so nicht auf: Die Effekte und Charaktere bleiben hohl, die Action wirkt öde und spannend wird es nie. Die besten Szenen hat absurderweise Steve Buscemi, dessen Figur ansonsten für die Handlung des Films überhaupt keine Rolle spielt. Einen gelungenen Thriller zu berechnen scheint mindestens genauso schwierig wie ein Verbrechen erfolgreich zu planen.

Jörg Böckem

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