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18.03.2004
 

"Passion Christi" gestartet

Kirchen warnen vor antisemitischer Propaganda

Mit einer gemeinsamen Erklärung haben prominente Vertreter der drei großen Religionen davor gewarnt, Mel Gibsons "Die Passion Christi" für antisemitische Propaganda zu missbrauchen. Der heftig umstrittene Film ist am Donnerstag in deutschen Kinos angelaufen.

Zentralratsvorsitzender Spiegel: "Besonders brisant"
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DPA

Zentralratsvorsitzender Spiegel: "Besonders brisant"

Hannover - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber und der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, haben am Donnerstag gemeinsam eine Erklärung zu dem umstrittenen Film "Die Passion Christi" von Hollywoodstar Mel Gibson veröffentlicht. Zwar gebe es ansatzweise eine differenzierte Darstellung der jüdischen Figuren, insgesamt erwecke der Film jedoch den Eindruck einer negativen Überzeichnung, heißt es dort.

Die Repräsentanten befürchteten, dass das Verhältnis zwischen Christen und Juden beeinträchtigt werden könnte. Die Darstellung des Filmes berge die Gefahr, dass antisemitische Vorurteile wiederaufleben. "Dies ist besonders brisant angesichts einer Situation in Europa, in der ein Erstarken antisemitischer Tendenzen erkennbar ist", schrieben sie weiter.

Schon im Vorfeld des Deutschlandstarts war "Die Passion Christi" auch wegen seiner gewalttätigen Szenen von verschiedenen Seiten scharf kritisiert worden. "Das Ausmaß der brutalen Szenen der Gewalt empfinden wir als überaus verstörend", heißt es entsprechend in der Erklärung von Huber, Lehmann und Spiegel.

Mit vereinzelten Mitternachtsvorstellungen ist der umstrittene Film unterdessen in deutschen Kinos angelaufen. Die Multiplexkette UCI zeigte nach eigenen Angaben in allen ihren 18 Häusern den Streifen in den größten Sälen. Im Berliner Zoo-Palast war das Interesse gering. Von 1000 Plätzen seien etwa 80 besetzt gewesen, sagte UCI-Sprecher Christian Arbeit. Das Publikum sei sichtlich betroffen gewesen. Kinobetreiber und Verleih erwarten eine größere Zuschauerresonanz am Wochenende.

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