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Venedig Kein Löwe in Sicht

Im Programm des diesjährigen Filmfestivals in Venedig findet sich viel Hollywood-Prominenz, aber kein deutscher Wettbewerbsbeitrag. Ein Film wird allerdings noch bekanntgegeben.

Rom - Nach einer starken Präsenz im Vorjahr ist Deutschland beim diesjährigen Filmfestival in Venedig nicht im Wettbewerb vertreten. Im Rampenlicht des 56. Filmfestivals, das vom 1. bis zum 11. September auf dem Lido stattfindet, steht nach dem am Donnerstag vorgestellten Programm die Hollywood-Prominenz.

Bei den Filmfestspielen konkurrieren insgesamt 18 Produktionen um den Goldenen Löwen. Ein Titel soll noch in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Die USA sind mit vier Wettbewerbs-Filmen vertreten, darunter Antonio Banderas' Regie-Debüt "Crazy in Alabama" mit Melanie Griffith und Rod Steiger. Jane Campion ("Das Piano") tritt mit "Holy Smoke" mit Harvey Keitel und Kate Winslet in Hauptrollen an.

Der letzte Stanley-Kubrick-Film "Eyes Wide Shut" steht als Europa-Premiere zur Eröffnung auf dem Programm. Die "Schlafzimmer-Odyssee" mit Tom Cruise und Nicole Kidman wurde von US-Kritikern bereits als Meisterwerk gefeiert. Ebenfalls außer Konkurrenz läuft Woody Allens "Sweet and Lowdown" mit Sean Penn und Uma Thurman.

Den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhält in diesem Jahr der US-Filmkomiker Jerry Lewis. Er sei eine Schlüsselfigur des komischen Kinos, sagte Festivaldirektor Alberto Barbera. Präsident der internationalen Jury ist der bosnische Regisseur Emir Kusturica. Für seine Zigeunerkomödie "Schwarze Katze, Weißer Kater" wurde er 1998 mit dem Silbernen Löwen für die beste Regie ausgezeichnet.

Den europäischen Film repräsentieren Stars wie die französischen Schauspielerinnen Catherine Deneuve und Isabelle Huppert. Sie wurden bereits mehrfach als beste Hauptdarstellerinnen in Venedig ausgezeichnet. Einziger deutschsprachiger Film im Wettbewerb der 18 Produktionen um den Goldenen Löwen ist der österreichische Beitrag "Nordrand" von Barbara Albert.

Europa ist mit zehn Produktionen im Wettbewerb vertreten, davon allein vier aus Frankreich. Weitere Filme stammen aus Großbritannien (Mike Leigh), Italien, Polen (Jerzy Stuhr) und Portugal. Außerdem treten der iranische Filmemacher Abbas Kiarostami, der Chinese Zhang Yimou und der Südkoreaner Jang Sun Woo mit neuen Streifen an.

Die sechs deutschen Beiträge werden im Rahmenprogramm gezeigt. In der Sektion "Gegenwartskino" läuft die deutsch-niederländische Koproduktion "Abendland" von Fred Kelemen. Matthias Müller stellt seine Kurzbeiträge "Vacancy" und "Phoenix Tapes" vor. Von Andreas Teuchert und Dinko Tucakovic laufen die Dokumentarfilme "Die Musik seid ihr, Freunde" sowie "Belgrader Tagebuch - Jasmina und der Krieg". In der Kategorie "Träume und Visionen" ist Deutschland als Koproduzent des Streifens "Luna Papa" vertreten.

Zuletzt wurde Deutschland 1995 mit einem Hauptpreis ausgezeichnet. Götz George erhielt für seine Rolle in "Der Totmacher" den Goldenen Löwen als bester Hauptdarsteller. Der von der Kritik hoch gelobte deutsche Film "Lola rennt" von Tom Tykwer ging im vergangenen Jahr trotz großer Zustimmung leer aus.

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