Los Angeles - Bester Film, beste Regie, beste Hauptdarstellerin: Clint Eastwoods Boxer-Melodram "Million Dollar Baby" ist der große Abräumer der Oscar-Verleihung. Ein schöner Triumph für den 74-jährigen Hollywood-Veteran Eastwood, der schon einmal, 1993 für "Erbarmungslos", einen Regie-Oscar erhielt. Nicht erfüllt haben sich dagegen die Hoffnungen von Martin Scorsese, 62, mit seinem Epos "Aviator". Noch nicht einmal "Aviator"-Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio konnte die begehrte Goldstatue für sich gewinnen. Der Darsteller-Oscar ging stattdessen an Jamie Foxx, der in der Musikerbiografie "Ray" als R&B-Legende Ray Charles brillierte.
Als beste Hauptdarstellerin wurde Hilary Swank für ihre Rolle als Boxerin in "Million Dollar Baby" geehrt. Es ist bereits der zweite Oscar für die Schauspielerin. Vor fünf Jahren erhielt sie einen Oscar als beste Hauptdarstellerin in "Boys Don't Cry". Konkurrentin Annette Bening, auch damals unterlegen gegen Swank, ging erneut leer aus.
Als beste Nebendarsteller wurden in der Nacht zum Montag Morgan Freeman und Cate Blanchett ausgezeichnet. Freeman erhielt den Preis für seine Rolle in "Million Dollar Baby". Blanchett erhielt die Auszeichnung für ihre Darstellung von Katharine Hepburn in "Aviator".
Leer ausgegangen sind in diesem Jahr die nominierten deutschen Beiträge. Sowohl dem in der Kategorie "Fremdsprachiger Film" nominierten deutschen Publikumserfolg "Der Untergang" um die letzten Tage des Nazi-Regimes in Berlin, als auch dem deutschen Dokumentarfilm "Die Geschichte vom weinenden Kamel" blieben der Oscar versagt. Statt des "Untergangs" gewann der spanische Film "Mar adentro" von Alejandro Amenábar, anstelle des "weinenden Kamels" bekam der indisch-amerikanische Film "Born into Brothels" die Trophäe.
Clint Eastwood ist mit 74 Jahren der älteste Regisseur, der einen Oscar gewann. Insgesamt erhielt sein Film vier der begehrten Goldfiguren; nominiert war er in sechs Kategorien. Der als Favorit in die Oscar-Nacht gegangene Film "Aviator" um das Leben des Exzentrikers Howard Hughes, der mit elf Nominierungen ins Rennen gegangen war, erhielt zwar fünf Auszeichnungen, doch keine in den Top-Kategorien. Altmeister Scorsese ging damit auch bei seiner sechsten Nominierung für einen Regie-Oscar als Verlierer nach Hause.
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