Mittwoch, 10. Februar 2010

Kultur



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23.06.2005
 

"Krieg der Welten"

Scharfe Kritik vom DJV

Der Deutsche Journalisten-Verband hat die strengen Auflagen bei der Berichterstattung zu "Krieg der Welten", Steven Spielbergs neuem Science-Fiction-Blockbuster, als "Knebelverträge" bezeichnet. Der Filmverleih habe wohl Angst vor kritischen Schlagzeilen.

"Krieg der Welten"-Plakat: Angst vor kritischen Schlagzeilen?
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"Krieg der Welten"-Plakat: Angst vor kritischen Schlagzeilen?

Berlin - Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte das Vorgehen des us-amerikanischen Filmverleihers UIP im Zusammenhang mit dem Film "Krieg der Welten" scharf: Es verstoße gegen die Pressefreiheit, dass das Unternehmen von Rezensenten verlange, vor den am kommenden Montag angesetzten Pressevorführungen eine Erklärung zu unterschreiben, dass keine Kritik vor dem Starttermin des Werks am Mittwoch veröffentlicht werde. Es handle sich dabei um "Knebelverträge".

"Der Filmverleih scheint Angst vor kritischen Schlagzeilen zu haben, die seine Erlöse beeinträchtigen könnten", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Die Bestimmung konterkariere alle Grundlagen für freie und unabhängige Medien.

Der Verband der Deutschen Filmkritik (VdFk) hatte bereits gestern mit deutlichen Worten gegen das Embargo des Verleihers protestiert: Das Vorgehen behindere die Presse "bei der Ausübung ihrer von der Verfassung garantierten Rechte".

Auch in zahlreichen Redaktionen wurde auf die Forderung des Filmverleihers UIP mit Unverständnis und Verstimmung reagiert:

Filmkritiker Wolfgang Hübner von der Nachrichtenagentur AP will sich nach eigener Aussage zwar zwei Tage vor Filmstart die Pressevorführung ansehen. Er werde jedoch keine Sperrfristerklärung unterschreiben, sagte er. Sollte er den Film dann nicht sehen dürfen, werde es keine Besprechung durch AP geben. Genau so werde auch die Nachrichtenagentur ddp verfahren, sagte ddp-Chefredakteur Joachim Widmann.

Der Filmredakteur der "Welt", Hanns-Georg Rodek, ist dafür, sich über die Sperrfrist hinwegzusetzen und bereits am Montag oder Dienstag eine Kritik ins Blatt zu nehmen. "Wenn man zu etwas genötigt wird, muss man sich nicht unbedingt daran halten", betonte er. Dies sei jedoch allein seine persönliche Meinung.

Auch Redakteur Bernd Teichmann vom "Stern" betonte, "ich unterschreibe nichts". Zwar sei der "Stern" nicht betroffen, weil er statt einer Kritik eine Geschichte über die Historie der Weltuntergangsfilme im Blatt habe. Es sei jedoch "nicht in Ordnung, dass Journalisten vorgeschrieben wird, wann sie über einen Film zu berichten haben".

Die Filmzeitschrift "Cinema" wird den Film zwar besprechen, aber erst in der Augustausgabe. Redakteur Jochen Schütze sagte zudem, man habe ein "instinktives Misstrauen" gegen Filme, die nicht rechtzeitig gezeigt würden. In der aktuellen Ausgabe heißt es mit Blick auf die Geheimniskrämerei: "Eine kongeniale Interpretation wie die von Orson Welles wird es wohl kaum."

Gelassener gehen die Tageszeitungen mit den strengen Auflagen um. Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" verwiesen darauf, dass ihre Filmkritiken ohnehin immer erst am Tag des Filmstarts in den Zeitungen stünden. "FAZ"-Filmredakteur Michael Althen sagte jedoch, auch wenn sein Blatt nicht betroffen sei, sei es "verdrießlich", wie Filmjournalisten "gegängelt" würden.

Filmverleiher UIP wollte sich bislang nicht zu der Kritik äußern.

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