Gleich doppelt ist George Clooney, 44, derzeit für den Oscar nominiert, nämlich für zwei Politthriller: Für "Syriana" hat er Chancen als bester Nebendarsteller, für "Good Night, and Good Luck" als Regisseur und Autor. Bei seinen öffentlichen Auftritten etwa bei der Berlinale oszilliert der Hollywood-Superstar geschickt zwischen ganz verschiedenen Rollen - hier der smarte Frauenschwarm, dort der Leinwand-Intellektuelle und Kinorebell. Damit macht er sich in seiner amerikanischen Heimat nicht nur Freunde.
Denn seine neuen Filme haben es in sich: "Good Night, and Good Luck" handelt von der Kommunistenhatz in den USA der fünfziger Jahre, von der McCarthy-Ära, in der die bürgerlichen Freiheiten eingeschränkt wurden und auch Schauspieler und Regisseure massiven Anfeindungen ausgesetzt waren. Und in Steve Gaghans komplexer Thriller "Syriana", in dem Clooney einen CIA-Veteranen spielt, geht es darum, wie wegen der amerikanischen Öl-Interessen politische Instabilität und Terrorismus geschürt werden.
Auf dem Titelblatt eines US-Magazins wurde Clooney deshalb "Verräter" genannt, ebenso in einem Kartenspiel - darin ist er die Herzdame. Die Vorwürfe, er sei "unpatriotisch", nimmt er aber recht gelassen: Er sei sogar stolz darauf, dass er wegen seiner Kritik an der Irak-Politik der US-Regierung angegriffen werde. Das sei ja eine Art "Verdienstorden", sagte Clooney am Freitag der BBC.
"Ich denke, es ist wichtig, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen", fügte er hinzu. Sicher sei der Verratsvorwurf "frustrierend". Andererseits erkenne er das Recht auf freie Meinungsäußerung an und genieße die Angriffe sogar. "Ich will auf diesen Karten sein. Und ich will sagen können, dass meine Filme boykottiert wurden", sagte Clooney, der seit der US-Invasion im Irak vor drei Jahren schon oft wegen seiner Stellungnahmen öffentlich kritisiert wurde.
jol/afp
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