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27.02.2006
 

Kino-Farce

Helge, der Hitler

Helge Schneider besang das "Katzeklo" - mit Unrat kennt er sich also aus. Hat ihm Dani Levy deshalb die Hauptrolle in seiner Hitler-Komödie gegeben? Und wie werden Bruno-Ganz-Fans diese Nachricht verkraften?

Als bekannt wurde, dass Dani Levy eine Hitler-Komödie mit Helge Schneider drehen würde, beflügelte das sofort die Phantasie von Boulevard und Feuilleton: der Komikerkauz als Goebbels, Himmler oder Speer! Oder vielleicht sogar - allein die Haarpracht ließ Spekulationen zu - als Führer-Gespielin Eva Braun!

Hitler-Darsteller Schneider: Bruno-Ganz-Fans, zieht auch warm an!
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DDP

Hitler-Darsteller Schneider: Bruno-Ganz-Fans, zieht auch warm an!

Jetzt wurde bekannt, wen Schneider in Levis Nazi-Posse spielen wird: Hitler selbst, wie die "Berliner Zeitung" heute meldete. "Die ganzen Nazis, die jetzt im Kino veredelt werden, müssen endlich vom Sockel geholt werden", hatte Regisseur Levy Ende letzten Jahres dem "Berliner Kurier" erklärt. Effektiver kann man der Glorifizierung des Diktators wohl kaum entgegenwirken: Schneider als irrer Gröfaz - allein die Vorstellung ist so bizarr wie amüsant.

Die Bloßstellung der Nazis mit Humor hat Tradition in der Kinogeschichte - und birgt ein enormes Risiko. Als Charlie Chaplins "Der Große Diktator" (1940) und Ernst Lubitschs "Sein oder Nichtsein" (1942) erschienen, war das ganze Ausmaß des Nazi-Terrors noch nicht bekannt. Beide Regisseure betonten später, sie hätten ihre Komödien niemals gedreht, wäre ihnen die Barbarei der Hitlerschen Massenvernichtungsmaschine in vollem Umfang bewusst gewesen.

Im Angesicht eines Verbrechens, das in seiner Monstrosität unvergleichbar ist, sind satirische Reflexionen grundlegend problematisch. Das zeigt auch die Reaktion auf Roberto Benignis "Das Leben ist schön" (1997). Dem Oscar-Preisträger wurde vorgeworfen, er würde den Zuschauern am Ende seiner Holocaust-Geschichte ein Gefühl von Rührung und Erleichterung verschaffen - eine Kritik, die übrigens auch Steven Spielberg übte, der nach seinem Drama "Schindlers Liste" selbst unter Kitsch- und Trivialiserungsverdacht geraten war.

Wie Levy und sein Hauptdarsteller Schneider mit diesen dramaturgischen und darstellungstechnischen Fragen umgehen werden? Und was Bruno Ganz wohl dazu sagen wird? Die "Bild"-Zeitung ist jedenfalls besorgt: "Ein durchgeknallter Sänger als Hitler - darf man das?"

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