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20.03.2006
 

Box Office

Rebellion an der Kinokasse

Das US-Publikum mag es verschwörerisch: Die politisch aufgeladene Comic-Verfilmung "V for Vendetta" setzte sich am Wochenende gegen romantische Komödien und Familienfilme durch. Deutsche Kinogänger blieben "wilden Kerlen" und schwulen Cowboys treu.

Los Angeles/Hamburg - Die Mischung ist in der Tat verlockend: Produziert und geschrieben wurde "V for Vendetta"von den "Matrix"-Regisseuren Larry und Andy Wachowski; die Comic-Vorlage stammt von Alan Moore, dem Kultautor der Graphic-Novel-Szene. Die Hauptrolle spielt eine kurzgeschorene Natalie Portman neben dem allseits beliebten Bösewicht Hugo Weaving (Agent Smith aus der "Matrix-Trilogie").

Natalie Portman in "V for Vendetta": Futuristische Freiheitskämpferin
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REUTERS

Natalie Portman in "V for Vendetta": Futuristische Freiheitskämpferin

Und nicht zuletzt die Story ist provokant und verführerisch: Eine schattenhafte Freiheitskämpferin (Portman) setzt sich in der nahen Zukunft mit terroristischen Anschlägen gegen ein totalitäres britisches Regime zur Wehr. Der von der US-Kritik weitgehend positiv besprochene Actionfilm (Regie: James McTeigue) wirft hochbrisante Fragen nach der Rechtfertigung von Gewalt im Kampf für die Freiheit auf. "V for Vendetta" setzte sich mit 26,1 Millionen Dollar Startumsatz auf den ersten Platz der nordamerikanischen Kinocharts.

Die eher familientauglichen Spitzenreiter der Vorwoche rutschten jeweils um einen Platz nach unten: Die romantische Komödie "Failure to Launch" mit Matthew McConaughey und Sarah Jessica Parker landete mit 15,8 Millionen Dollar Umsatz in der zweiten Woche auf Rang zwei; Disneys Hunde-Komödie "The Shaggy Dog" musste sich ebenfalls in der zweiten Woche mit Platz drei begnügen (13,6 Millionen Dollar).

Auf Platz vier findet sich mit der Rollentausch-Komödie "She's the Man" ein weiterer Neustart (11 Millionen Dollar). Rang fünf ging an das in der Vorwoche gestartete Horror-Remake "The Hills have Eyes"(8,05 Millionen Dollar).

In limitierter Kopienzahl, aber mit durchschlagendem Erfolg wurde auch die Satire "Thank You for Smoking" gestartet. Die bitterböse Abrechnung mit der Tabak-Industrie, in der Aaron Eckhart einen Spin Doctor für Zigarettenfirmen spielt, nahm übers Wochenende in nur fünf Kinos 260.066 Dollar ein. Gedreht wurde der Film von Jason Reitman, dem Sohn des Komödienspezialisten Ivan Reitman.

"V for Vendetta" startete am vergangenen Donnerstag auch in Deutschland, konnte aber nicht so viele Zuschauer überzeugen wie in den USA. Der Dauerbrenner "Die wilden Kerle 3" bleibt laut "Blickpunkt:Film" fest auf dem Spitzenplatz verankert. 235.000 Besucher zählte die Familienkomödie am vergangenen Wochenende. Aber auch  "Brokeback Mountain" kann sich über wachsenden Zuspruch freuen: 185.000 Zuschauer wollten das Drama um die beiden schwulen Cowboys sehen. 

"Der rosarote Panther" versammelte noch einmal 175.000 Kinogänger und lag damit knapp vor der neu gestarteten Komödie "Zum Ausziehen verführt" (Failure to Launch") , die mit 340 Startkopien angelaufen war und Schätzungen zufolge 170.000 Tickets absetzen konnte. "V wie Vendetta" ging mit 350 Kopien an den Start, kam aber lediglich auf 120.000 Besucher. Als dritter Neustart konnte sich "Die Wolke" (267 Startkopien) unter die ersten sieben Plätze der deutschen Kinocharts mischen. Die Bestsellerverfilmung lockte rund 70.000 Kinogänger.

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