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27.03.2006
 

Film

Altes Eisen im Kreuzfeuer

Von Daniel Sander

In "16 Blocks" spielt Bruce Willis einen ausgemusterten Polizisten. Und feiert damit sein Comeback.

Jack Mosley ist müde, und längst weiß er, dass er zu alt ist für seinen Job. Er ist Polizist in New York, und vielleicht war er sogar mal ein richtig guter. Aber jetzt, wo er um die 50 ist, rettet er sich mit einer Flasche Whiskey durch die Tage im Büro und wartet auf Aufgaben, die unwichtig genug sind, dass man sie ihm anvertraut. Er ist nur noch da, weil er eben immer da war, zu gebrauchen ist er nicht mehr. Es passt, dass dieser Mosley, der Held in Richard Donners "16 Blocks" (Start: 20.4.), von Bruce Willis gespielt wird, denn dem geht es ähnlich. Willis war der große Actionheld der achtziger und neunziger Jahre. Als knallharter Cop, der nie um einen mäßig witzigen Spruch verlegen ist, hat er in drei "Stirb langsam"-Filmen Terroristen zur Strecke gebracht. Als Taxifahrer in "Das fünfte Element" hat er die Menschheit vor dem Untergang bewahrt, und dass die Erde in "Armageddon" schließlich doch nicht von einem Asteroiden zerstört wurde, ist auch nur dem Heldentod von Willis als Bohrexperten zu verdanken. Das war 1998, und das bedeutete zunächst auch das Ende seiner Karriere als Actionstar. Die wenigen Haare, die Willis noch hatte, wurden grau, und er wusste, dass man ihm den Supermann, der ungerührt durch Fensterscheiben springt, nicht mehr abnehmen würde. Gelegentlich gelang ihm noch ein Erfolg, zum Beispiel als Psychologe in "The Sixth Sense", doch häufiger kamen die Flops, wie "The Kid" aus dem Jahr 2000 oder das Kriegsdrama "Tears of the Sun" drei Jahre später. Ein kleines Comeback in der Comicverfilmung "Sin City" im vergangenen Jahr wurde davon überstrahlt, dass Mickey Rourke im selben Film ein viel größeres feierte. Willis war ausgemustert.

Er war also die Idealbesetzung für "16 Blocks", und es macht Spaß, dass er wieder in einem Actionfilm gelandet ist, durch den Kugelhagel stürmt und, wenn auch wider-willig, für die gerechte Sache kämpft. Als Jack Mosley, der nur einen Kronzeugen ins Gericht bringen soll, gerät er in eine Polizeiverschwörung und rafft sich auf zu seinem letzten Kampf. "16 Blocks" ist vielleicht kein großer Film, aber ein großer Auftritt für einen, der viel zu gut ist für die Frühpensionierung.

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