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20.07.2006
 

Schygulla und Akin

Legende und Jungstar drehen Film

Ein Star mit Geschichte - ein Regisseur, von dem man sich noch viele Kinogeschichten erhofft: Hannah Schygulla und Fatih Akin repräsentieren Moderne und Gegenwart des deutschen Films. Jetzt tun sie sich für ein Projekt zusammen.

Beim Hessischen Filmpreis letztes Jahr wurde sie für ihr Lebenswerk geehrt, und nachdem ein Potpourri aus Szenen großer Fassbinder-Filme über die Leinwand geflimmert war, merkte sie wehmütig an, dies sei ja alles schon so lange her, man solle sie bitte nicht vergessen und weiterhin besetzen.

Darstellerin Schygulla: Comeback als Alt-68erin
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DDP

Darstellerin Schygulla: Comeback als Alt-68erin

Hat Fatih Akin, einer der erfolgreichsten Jung-Regisseure des Landes, diese Mahnung gehört? Auf jeden Fall hat er der legendären Darstellerin eine Hauptrolle gegeben, in seinem neuen Film "Auf der anderen Seite". In seiner fünften Regiearbeit soll es um ein halbes Dutzend Menschen gehen, deren Lebensläufe auf schicksalhafte Weise zusammenlaufen. Gedreht wird in Akins Heimatstadt Hamburg, außerdem in Istanbul, Bremen und Lübeck. Oktober 2007 soll der Film starten.

Schygulla ist für die Rolle einer aufrechten Alt-68erin vorgesehen, deren Tochter sich in eine illegal in Deutschland eingereiste politische Aktivistin verliebt. Migration, ideologische Kontroversen, Liebe: Man kann gespannt sein, wie Deutschlands zweites Regiewunderkind neben Tom Tykwer diese Themen für das Kino aufbereiten wird. Dass er transkulturelle Konflikte spannend ins Bild setzen kann, hat Akin ja bereits eindrucksvoll bewiesen: Sein preisgekröntes Beziehungsdrama "Gegen die Wand" (2004) erzählte von einer deutsch-türkischen Liebe und wie sie an den Geboten von Kultur und Geschlechterrollen zerbricht.

Und Hanna Schygulla, der Star aus Filmklassikern wie "Effie Briest", "Katzelmacher" und "Die bitteren Tränen der Petra von Kant", sie wird sich vielleicht noch einmal als "Europas aufregendste Schauspielerin" ("Time") bewähren. In Amerika ist sie ja noch immer ein Superstar des Kinos; das MoMA widmete ihr letztes Jahr eine Schau; dessen Leiter, Laurence Kardish, verglich ihren künstlerischen Rang mit dem Marlene Dietrichs.

Sie habe manchmal so eine Unendlichkeit im Gesicht, soll Regisseur Marco Ferreri einmal zu ihr gesagt haben. Hoffentlich ist dieses Gesicht bald wieder im deutschen Kino präsent.

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