New York - Stone habe es abgelehnt, einen Aufruf an das Publikum in den Abspann mit aufzunehmen. "Hollywood würde uns am meisten helfen, wenn es dafür sorgt, dass es nicht ein neues 9/11 gibt", sagte die Gründerin der Organisation "Families of September 11", Carie Lemack. Sie hatte bei dem Terroranschlag vor knapp fünf Jahren ihre Mutter verloren. "Uns liegt daran, dass Leute aktiv werden, nicht sich hinsetzen und einen Film anschauen", sagte sie.
Überlebender McLoughlin, Darsteller Cage, Cages Ehefrau Kim, Überlebender Beamte Jimeno: Kein Aufruf an das Publikum
Andere Familienangehörige übten heftige Kritik an dem Filmstudio Paramount, das offensichtlich mehr an seinem Profit als an der Verarbeitung der Tragödie interessiert sei. Paramount will lediglich zehn Prozent seiner Einnahmen aus dem Ticketverkauf der ersten fünf Spieltage in den Kinos an die Hinterbliebenen abgeben. Dagegen hatte Universal aus dem Erlös seines 9/11-Films "Flug 93" nach Angaben der Opferfamilien "eine siebenstellige Summe" abgegeben.
Tatsächlich ist "World Trade Center" nach dem Doku-Drama "Flug 93" der zweite Film überhaupt, der sich mit den Anschlägen beschäftigt. Er erzählt die wahre Geschichte der beiden Polizisten John McLoughlin und William Jimeno, die nach den Anschlägen als Retter eingesetzt worden waren und dann selbst unter den einstürzenden Türmen begraben wurden. Erst in letzter Minute konnten sie aus den Trümmern geborgen werden.
Details so exakt wie möglich wiedergeben
An der Welturaufführung im Ziegfeld Theatre am New Yorker Times Square nahmen außer dem Regisseur auch Nicolas Cage, der im Film den Polizisten John McLoughlin spielt, sowie der damalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani teil. Die beiden betroffenen Polizisten waren ebenfalls anwesend. Das Drama ist von 9. August an landesweit in den USA und in Kanada zu sehen. Oscar-Preisträger Oliver Stone betonte, dass die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen in das Drehbuch einbezogen worden seien und dass er sehr viel Wert auf die exakte Wiedergabe aller Details gelegt habe.
US-Medien nahmen die Leinwandtragödie zwiespältig auf. Einerseits bezeichneten sie den Film als Tribut an den Mut und die Selbstaufgabe der Retter, nicht als Geschichte über den Terrorismus. Stone gelinge es, dem Zuschauer das Gefühl zu geben, sich beim Einsturz der beiden Türme mitten im Geschehen zu befinden, schrieb das Nachrichtenmagazin "Newsweek". Andererseits lobte das Branchenblatt "Variety" zwar die Faktentreue und Emotionalität des Filmes, bemängelte aber das "anstrengende" und "langsame" Erzähltempo.
hoc/ dpa
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