"Der Film führte uns für fast drei Stunden auf eine Reise in eine andere Welt, eine Reise, die wir sehr genossen haben" erklärte die Jury der Europäischen Filmakademie. Sie lobte die "beeindruckenden Bilder und Töne" des "großartigen Films über Menschlichkeit und unsere gemeinsamen europäischen Wurzeln". Für die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung waren acht Dokumentarfilme nominiert worden, darunter der britische Film "37 Uses For A Dead Sheep" von Ben Hopkins.
Der Regisseur Philip Gröning hatte das meditative Klosterleben der Karthäusermönche in den französischen Alpen begleitet. Die Europäische Filmakademie zeigte sich beeindruckt, von der Sensibilität, mit der der Filmemacher das Vertrauen der abgeschiedenen Gemeinschaft gewann.
Das Schweigegelübde der Mönche hatte Regisseur Gröning auch dem Film auferlegt: keine Kommentare, keine Interviews, keine Musik. "Philip Grönings nachdenklicher Film berührt die geheimnisvolle Welt des Glaubens und unser Bedürfnis nach Ruhe im Gegensatz zum modernen Leben." befand die Jury bestehend aus der bulgarischen Filmemacherin Adela Peeva, der polnischen Produzentin Dorota Roszkowska und dem deutschen Regisseur Thomas Riedelsheimer. Der Film, der im November 2005 in die deutschen Kinos kam, hatte bereits beim Bayrischen Filmpreis im Januar den Dokumentarfilmpreis gewonnen.
Seit 1988 wird die Auszeichnung jedes Jahr verliehen. Filmemacher gründeten damals die "Europäische Kinogesellschaft", drei Jahre später wurde daraus die Europäische Filmakademie. Sie stifteten den Preis, der bis 1997 den Namen "Felix" trug, um auf europäische Filme aufmerksam zu machen. Als Vorbild diente der amerikanische Oskar.
Der "Europäischen Filmpreis 2006" wird am 2. Dezember in Warschau verliehen. Dort wird auch der Regisseur Roman Polanski ("Tanz der Vampire") für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
amg/dpa/ddp
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