Los Angeles - Das deutsche Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" ist offiziell für einen Oscar nominiert. Das vielfach preisgekrönte Erstlingswerk des Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck hat es unter die letzten fünf Kandidaten in der Kategorie "Bester nicht englischsprachiger Film" geschafft.
Die meisten Nominierungen ergatterte das Film-Musical "Dreamgirls" mit Beyoncé Knowles, das jedoch nicht in der Kategorie "Bester Film" genannt wurde. Das Drama "Babel" des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu mit sieben Nominierungen, das spanischsprachige Fantasy-Abenteuer "Pan's Labyrinth" von Guillermo del Toro und das Royalty-Drama "The Queen" bekamen je sechs Nominierungen.
Als beste Filme wurden "Babel," "The Departed," "Letters from Iwo Jima", "Little Miss Sunshine" und "The Queen" nominiert.
Als beste Regisseure gehen Martin Scorsese ("The Departed"), Alejandro González Iñárritu ("Babel"), Clint Eastwood ("Letters from Iwo Jima") sowie die Briten Stephen Frears ("The Queen") und Paul Greengrass ("United 93") ins Rennen.
Hoffnungen auf einen Academy Award als bester Hauptdarsteller können sich ab sofort Leonardo DiCaprio ("Blood Diamond"), Ryan Gossling ("Half Nelson"), Will Smith ("Das Streben nach Glück"), Forest Whitaker ("Last King of Scotland") und Kino-Veteran Peter O'Toole ("Venus") machen. In der Nebenrollen-Kategorie konkurrieren unter anderem Alan Arkin ("Little Miss Sunshine"), Mark Wahlberg ("The Departed") und Djimon Hounsou ("Blood Diamond") miteinander.
Als beste Hauptdarstellerinnen wurden die Britinnen Helen Mirren ("The Queen"), Judi Dench ("Notes on a Scandal") und Kate Winslet ("Little Children") sowie Penélope Cruz ("Volver") und Meryl Streep ("Der Teufel trägt Prada") nominiert; als Nebendarstellerinnen gehen unter anderem Jennifer Hudson ("Dreamgirls"), Abigail Breslin ("Little Miss Sunshine") und Adriana Barraza ("Babel") ins Rennen.
"Das Leben der Anderen" war letzte Woche bei den Golden Globes leer ausgegangen und muss sich jetzt mit wiederum harter Konkurrenz messen. Als beste nicht-englischsprachige Filme sind unter anderem das französische Kriegsdrama " Days of Glory" (Indigènes) und "Pan's Labyrinth" nominiert. Allerdings erhielt Pedro Almodóvars "Volver" keine Nennung.
Im vergangenen Jahr hatte die Oscar-Academy mit dem Nazi-Widerstandsdrama "Sophie Scholl - Die letzten Tage" ebenfalls einen deutschen Beitrag nominiert, der Film war aber leer ausgegangen. Zuletzt hatte die Münchner Regisseurin Caroline Link 2003 mit "Nirgendwo in Afrika" den Oscar nach Deutschland geholt.
Die Oscars, die begehrtesten Filmpreise der Welt, werden in der Nacht zum 26. Februar in Hollywood zum 79. Mal von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (Ampas) vergeben. Durch die Gala wird erstmals die Komikerin Ellen DeGeneres führen. Ein Preisträger steht bereits fest: Der legendäre Film-Komponist Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod") wird für sein Lebenswerk mit dem Ehren-Oscar ausgezeichnet.
bor/ddp/Reuters/dpa
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH