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25.02.2007
 

"Lady Chatterley"

Erotik-Film gewinnt beim französischen Oscar

Die Jury ließ sich von einem erotischen Drama verführen: "Lady Chatterley" gewann den César, Frankreichs Pendant zum Oscar. Auch die Hauptdarstellerin, Marina Hands, wurde ausgezeichnet.

Paris - Der Erotik-Streifen "Lady Chatterley" von Pascale Ferran ist gestern Abend als bester französischer Film des Jahres ausgezeichnet worden. Marina Hands als "Lady Chatterley" bekam den César als beste Hauptdarstellerin. Den César als bester Regisseur erhielt Guillaume Canet für seinen Thriller "Ne le dis à personne" ("Sag es niemandem"). Der darin mitwirkende François Cluzet wurde als bester Hauptdarsteller mit dem begehrten Preis bedacht. "Little Miss Sunshine" von Jonathan Dayton und Valerie Faris siegte in der Kategorie "Bester ausländischer Film".

Die 46-jährige Regisseurin Ferran verriet bei der Entgegennahme des Preises, dass das Filmteam am Ende der Dreharbeiten finanziell ruiniert war, so dass es sich kein Abschlussfest leisten konnte. Sie bat alle Mitwirkenden mit den Worten auf die Bühne: "Jetzt wird gefeiert!"

Einen César für die beste weibliche Nebenrolle erhielt die Schauspielerin Valérie Mercier für ihre Darstellung in "Fauteuils d'Orchestre" von Danièle Thompson. Das Pendant bei den Männern ging an Kad Merad für seine Rolle in "Je vais bien, ne t'en fais pas" von Philippe Lioret.

Ausgezeichnet: Roadmovie zur Miss-Wahl

Die auch für den Oscar nominierte Komödie "Little Miss Sunshine" schildert die Reise einer US-Mittelklassefamilie, die ihre junge Tochter in Kalifornien an einer Miss-Wahl teilnehmen lassen will. Die Konkurrenten von "Little Miss Sunshine" waren Golden-Globe-Gewinner "Babel" von Alejandro González Inarritu, "The Queen" von Stephen Frears", "Volver" von Pedro Almodóvar und der Oscar-gekrönte Schwulen-Westerns "Brokeback Mountain" von Ang Lee.

Das Weltkriegsdrama "Indigènes" von Rachid Bouchareb, das auch im Rennen um den Oscar als bester ausländischer Film ist, erhielt lediglich einen César für das beste Drehbuch (Olivier Lorelle und Rachid Bouchareb). "Chanson d'amour" (Originaltitel: "Quand j'étais chanteur") mit dem französischen Weltstar Gérard Dépardieu in der Hauptrolle ging mit nur einem César für den besten Ton nahezu leer aus.

Dagegen räumte "Lady Chatterly" Césars auch in den Kategorien "Beste Adaptation" (des gleichnamigen Romans von D.H. Lawrence), "Beste Fotografie" und "Beste Kostüme" ab. "Ne le dis à personne" erhielt zusätzlich Césars für die beste Musik und den besten Schnitt. In der neu geschaffenen Kategorie "Bester Dokumentarfilm" siegte "Dans la peau de Jacques Chirac" von Karl Zéro und Michel Royer.

Ehren-César für Briten Jude Law

Der britische Schauspieler Jude Law bekam einen Ehren-César aus den Händen seiner französischen Kollegin Juliette Binoche. Einen weiteren Ehren-César erhielt die französische Schauspielerin Marlène Jobert. Die Césars sind das französische Gegenstück zu den Oscars in den USA, die am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles verliehen werden. Die Gala zur Verleihung der Preise der französischen Filmakademie fand im Pariser Châtelet-Theater statt.

Einen César können herausragende Filme im Jahr nach ihrem Kinostart erhalten. Der gerade erst mit großem Erfolg angelaufene Edith-Piaf-Film "La vie en rose" (Original: "La Môme") war deshalb nicht im Rennen. Ähnlich wie für Deutschland war 2006 auch für Frankreich ein ausgezeichnetes Kinojahr: Fast 85 Millionen Besucher lösten Eintrittskarten für französische Filme; mit einem europaweit einzigartigen Marktanteil von 45 Prozent lagen einheimische Produktionen nur knapp hinter den Hollywood-Streifen (45,8 Prozent).

als/abl/AFP

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