Paris/Hamburg - Vor zwei Jahren saß er in der Wettbewerbs-Jury des wichtigsten europäischen Filmfestivals, diesmal darf er mit seinem neuen Film anreisen: Der deutsch-türkische Regisseur Fatih Akin ist mit seinem Drama "Auf der anderen Seite" in den Wettbewerb eingeladen worden, teilte die Marketing-Organisation German Films heute mit. Derzeit wird in Cannes bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben, welche Beiträge bei der 60. Ausgabe des Festivals um die Goldene Palme wetteifern sollen.
Wie die Veranstalter mitteilten, handelt es sich bei der Hälfte der Teilnehmer im Hauptwettbewerb der weltgrößten Filmfestspiele um Cannes-Neulinge. Aber auch einige alte Bekannte sind vertreten: Quentin Tarantino, Wong Kar-wai und Emir Kusturica sowie Joel und Ethan Coen ("Barton Fink") werden ihre neuen Filme präsentieren. Das Festival an der Côte d'Azur läuft vom 16. bis zum 27. Mai. Präsident der Jury ist der britische Filmemacher Stephen Frears ("The Queen").
"Ich freue mich riesig über die Nominierung für den Wettbewerb", sagte der 33-jährige Akin der dpa. "Ich bin erst mal da angekommen, wo ich hinwollte. Mal sehen, wohin die Reise noch geht." Sein Film, in dem unter anderem Hanna Schygulla mitspielt, setze sich "in verschiedenen Facetten damit auseinander, was bleibt, wenn Menschen sich unwiderruflich trennen müssen", erklärte der Hamburger.
Akin hat mit seinem Drama "Gegen die Wand" 2004 den Goldenen Bären der Filmfestspiele in Berlin und den Europäischen Filmpreis gewonnen. In Cannes hatte er vor zwei Jahren außer Konkurrenz seinen Musikfilm "Crossing The Bridge" über Istanbul gezeigt. "Auf der anderen Seite" ist nach "Gegen die Wand" der zweite Teil seiner "Liebe, Tod und Teufel"-Trilogie. Die Geschichte erzählt von sechs Menschen, die auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind und erst durch den Tod zusammengeführt werden.
bor/dpa
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH