Los Angeles - US-Serienfans können aufatmen: Wenn nichts mehr dazwischenkommt, gehen die Drehbuchautoren in Hollywood ab Montag wieder an die Arbeit. Seit dem 5. November hatten die Schreiber gestreikt, um bessere Vergütungen herauszuholen. Nun scheint man sich endlich geeinigt zu haben. Serien wie "Desperate Housewives" oder "Heroes" können nun also fortgesetzt werden, und auch die Witz-Dürre der abendlichen Comedy-Sendungen in den USA dürfte bald ein Ende haben. Schon am gestrigen Freitag soll bei den Kernpunkten eine Einigung erzielt worden sein.
Nun gehe es nur noch um den Feinschliff, verlautete aus Verhandlungskreisen. Hauptstreitpunkt waren die Vergütungen für die digitale Verwertung von Filmen und Serien, etwa auf DVD oder im Internet.
Am Samstagabend sollen sich Vertreter der Autoren im Hollywood-Kino The Shrine treffen, um sich über Details der Vereinbarung zwischen der Gewerkschaft Writers' Guild und den Film- und Fernsehstudios unterrichten zu lassen. Seit zwanzig Jahren ist in Hollywood nicht mehr so ausdauernd gestreikt worden.
Der Streik kostete die Branche Hunderte von Millionen Dollar, die Londoner "Times" spricht sogar einer Summe, die umgerechnet etwa eineinhalb Milliarden Dollar entspricht. Tausende von Jobs wurden gestrichen - Hollywood wird nach dem Streik anders sein als zuvor. Manche Beobachter unken auch, nun würden preiswerter zu produzierende Reality-Formate wie "American Idol" - das Äquivalent zu "Deutschland sucht den Superstar" - den aufwendigen und teuren Serien wieder den Rang ablaufen. Der letzte Autorenstreik in den achtziger Jahren hatte zur Entwicklung von Reality-Formaten geführt.
cis/Reuters
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